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20.03.11

Dubiose Rechnungen im Postfach

Eine Welle von E-Mails einer Apps World Ltd. schwappt derzeit durch Deutschland. Dem Empfänger wird mitgeteilt, er habe sich über das WAP-Portal via Mobiltelefon beim Anbieter angemeldet, informiert die Verbraucherzentrale Hessen. Für den "All App Zugang Lifetime Update" sollen 39 Euro innerhalb von fünf Tagen auf ein Konto bei der Wirecard Bank eingezahlt werden. Für ein zweijähriges Abonnement beispielsweise auf den Seiten myappsland.com, my-appsland.de oder www.top-apps24.com werden bis zu 96 Euro verlangt. Das persönliche Nutzerprofil und die IP-Adresse seien gespeichert worden, heißt es in der Mail. Sowohl die Apps World Ltd. als auch die xXx Adult Ltd. sitzen angeblich in der Arcadia Avenue 34 in London. Im Impressum der Seite top-apps24.com ist eine R.A.S.T. GmbH mit Sitz auf den Seychellen angegeben. ...

Zu den neueren Abofallen im Internet zählt derzeit das Moogu-Dienst Postfach von moogu-dienst.com. Hier sollen rund 60 Euro auf ein Konto der Wirecard Bank überwiesen werden und - um die Ernsthaftigkeit der Mahnung zu unterstreichen - wird gleich mitgeteilt, dass gegen den Verbraucher eine Strafanzeige "in Auftrag" gegeben worden sei und der Inhalt des Rechners als Beweismittel sichergestellt werde. Absender der Mails ist eine Mobile Solutions Wieczorek und Partner Ltd.. ...

Quelle und vollständiger Bericht: nnn.de

28.08.09

Prozess gegen SMS-Betrüger beginnt

Sie sollen mit Flirt-SMS über teure Premium-Nummern eine Million Menschen betrogen und einen Schaden von 57 Millionen Euro verursacht haben: Vor zwei Wochen hat die Staatsanwaltschaft Kiel Anklage wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs gegen zehn Chefs der Firmen "MintNet" (Flensburg) und "Mobile Solutions" (Kiel) erhoben (der sh:z berichtete).

.....

... Drei der "MintNet"-Chefs, Heiko A., Norman W. und Dirk von W., sitzen trotzdem in Untersuchungshaft. Dr. Michael Gubitz: "Von den Mandanten, die wir vertreten, hat keiner in den bisherigen Vernehmungen ein Schuldeingeständnis gemacht."

Und das wird vermutlich auch so bleiben. Der Prozess gegen sechs der zehn Beschuldigten beginnt am 17. September vor dem Kieler Landgericht.

Quelle und vollständiger Bericht: shz - Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag

StA Braunschweig: SMS-Betrüger festgenommen

Braunschweiger Staatsanwaltschaft veranlasst bundesweite Durchsuchungen wegen gewerbsmäßigen Betruges

Die Staatsanwaltschaft Braunschweig führt ein Verfahren wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betruges und Beihilfe zu dieser Straftat gegen insgesamt 12 Beschuldigte aus dem gesamten Bundesgebiet.

Es besteht der Verdacht, dass mit Betrugsabsicht ausgerichtete SMS – Chats unterhalten wurden. Auf unterschiedliche Art und Weise wurde Kontakt über die Einschaltung sogenannter "Chat-Animateure" zu potentiellen Opfern aufgenommen. Diese "Chat – Animateure" agieren unter Vorspiegelung falscher Identitäten oder Vorspiegelung der Möglichkeit eines realen Treffens, um auf diese Weise die Geschädigten/Opfer zum Versand von SMS unter Verwendung von kostenpflichtigen Premiumrufnummern (jeweils 1,99 €/min.) zu veranlassen.

Aufgrund eines bestehenden Haftbefehls wurde ein 30-jähriger Mann aus dem Raum Seesen festgenommen. Er befindet sich zurzeit in Untersuchungshaft.

Nach dem derzeitigen Stand der Ermittlungen, die von der  Zentralen Kriminalpolizeiinspektion der Polizeidirektion Braunschweig geführt werden, wird die Gesamtschadenshöhe auf fünf Millionen Euro geschätzt.

Bei den Durchsuchungen in der vergangenen Woche, an insgesamt 19 Objekten in 9 Bundesländern, waren etwa 150 Polizeibeamte beteiligt.

Quelle und vollständige Pressemitteilung der: Staatsanwaltschaft Braunschweig

Die Ermittlungen sind noch nicht abgeschlossen und dauern ebenso an, wie die Auswertung der sichergestellten Beweismittel. So ist davon auszugehen, dass erst in ein paar Monaten feststeht, ob es zu einer Anklage kommen wird. Bereits zum Jahresende 2008 sorgten Kripo und StA in Kiel und Flensburg in einem ähnlichen Fall für das Ende der betrügerischen Machenschaften der Firmengeflechte um Mintnet GmbH und Mobile Solutions GmbH. Inzwischen wurde vor dem Kieler Landgericht gegen die Hauptbeschuldigten Anklage wegen gewerbsmäßigen Bandenbetruges erhoben. Das Kieler Verfahren lieferte offensichtlich Erkenntnisse, die zu den Durchsuchungen und der Festnahme durch die StA Braunschweig geführt haben.

Seesener schröpft SMS-Kunden um Millionen

Nach der Staatsanwaltschaft Kiel ist jetzt auch die Staatsanwaltschaft Braunschweig einer Bande von SMS-Abzockern auf die Spur gekommen.

.....

Durch das Kieler Verfahren und aufgrund von Anzeigen Betroffener sei ihre Behörde dem 30-jährigen Seesener auf die Spur gekommen, sagte Staatsanwältin Grimsel. Nach den bisherigen Ermittlungen habe der Mann rund fünf Jahre lang betrügerische SMS-Chats im Internet betrieben und Flirtwillige abgezockt. Die Zahl der Opfer liege „im sechsstelligen Bereich“.

Quelle und vollständiger Bericht: Hannoversche Allgemeine

Update: Bei dem nun inhaftierten Mann aus Seesen handelt es sich wohl um den Geschäftsführer und Gesellschafter der Firmen

  • Trend Mobile MT GmbH
  • FairCom Germany GmbH
  • Trend Mobile Gesellschafter Ltd.

Betrieben wurden unter anderem auch die folgenden Webseiten:

  • erotic-dome.com
  • erotic-dome.net
  • chat-betreiber.com

Die Domains erotic-dome.com und erotic-dome.net wurden anscheinend abgeschaltet und sind z.Z. nicht mehr zu erreichen. Beide Portale boten auf die gleichen Inhalte an. Dennoch wurden die Domains von verschiedenen Personen registriert.

   Unicode Name:   erotic-dome.net
  
   Admin Contact
      Kristin Steinmann
      Silverstone Media Networks LTD&Co. KG
      Dacy23051979@gmx.de
      Neue Strasse 20
      Braunschweig, 38100, DE 

Die Firma Trend Mobile MT GmbH ist im Handelsregister des AG Braunschweig eingetragen unter der HRB-Nr. 201336 mit dem Geschäftsführer Sebastian Steinmetz.

Amtsgericht Braunschweig Aktenzeichen: HRB 201336: Bekannt gemacht am: 12.08.2008 12:00 Uhr

Die in ().
gesetzten Angaben der Geschäftsanschrift und des Unternehmensgegenstandes erfolgen ohne Gewähr.

Neueintragungen

08.08.2008

Trend Mobile MT GmbH, Seesen (Bergstraße 2a, 38723 Seesen). Gesellschaft mit beschränkter Haftung. Gesellschaftsvertrag vom 17.03.2008. Durch Beschluss der Gesellschafterversammlung vom 30.04.2008 ist der Gesellschaftsvertrag in § 1 (Firma, Sitz) und § 2 (Unternehmensgegenstand) geändert. Der Sitz ist von Frankfurt am Main (bisher Amtsgericht Frankfurt am Main, HRB 82696) nach Seesen verlegt. Der Unternehmensgegenstand ist geändert. Neuer Gegenstand: Telefonwertdienstleistungen und Betrieb von Premium SMS Chat-Systemen. Stammkapital: 25.000,00 EUR. Allgemeine Vertretungsregelung: Ist nur ein Geschäftsführer bestellt, so vertritt er die Gesellschaft allein. Sind mehrere Geschäftsführer bestellt, so wird die Gesellschaft durch zwei Geschäftsführer oder durch einen Geschäftsführer gemeinsam mit einem Prokuristen vertreten. Nicht mehr Geschäftsführer: Hundt, Angelika, Wesseling, *02.11.1975. Bestellt als Geschäftsführer: Steinmetz, Sebastian, Seesen, *23.05.1979, mit der Befugnis, im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschließen.

Die frühere Geschäftsfürerin der Trend Mobile MT GmbH ist auch noch Inhaberin der Domain chat-betreiber.com.

Owner Contact:
   Angelika Hundt
   Mobile Trends GmbH
   Bockenheimer Landstrasse 17-19
   Frankfurt / Main, 60325, DE
  
   Punycode Name:  chat-betreiber.com
   Unicode Name:   chat-betreiber.com
  
   Admin Contact
      Angelika Hundt
      Mobile Trends GmbH
      Info@find-me-now.de 

Diese Domain wurde auch als mailserver für den jetzigen Geschäftsführer genutzt, wie man im whois von erotic-dome.com erkennen kann.

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Passend zur Trend Mobile MT GmbH gibt es (als Gesellschafter) noch die Firma Trend Mobile Gesellschafter Ltd. Diese ist im britischen Handelsregister eingetragen unter der Company No. 06554376. Als Director der Trend Mobile Gesellschafter Ltd. findet man Sebastian Steinmetz unter der director-Id=22593077

11.08.09

Anklage gegen SMS-Betrüger

Ende 2008 wurden ihnen durch Razzien das Handwerk gelegt: SMS-Betrügern aus Flensburg und Kiel. Die Drahtzieher wurden jetzt angeklagt.

Zehn Betreiber von SMS-Chats müssen sich in zwei verschiedenen Verfahren demnächst vor dem Kieler Landgericht verantworten. Die Staatsanwaltschaft erhob Anklage gegen die Hauptbeschuldigten wegen gewerbsmäßigen Bandenbetruges, wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft in Kiel mitteilte. Gegen weitere 206 Beschuldigte wurden gesonderte Ermittlungsverfahren eingeleitet.

Vier der Angeschuldigten befinden sich bereits in Untersuchungshaft. ...

Quelle und vollständiger Beitrag: shz.de - Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag

15.07.09

MintNet: Ermittlungen wegen SMS-Betrugs kurz vor Abschluss

Bei der Aufarbeitung der betrügerischen SMS-Geisterchats im Flensburger Werftkontor ist die Staatsanwaltschaft offenbar auf die Zielgerade eingebogen. "Wir stehen kurz vor Abschluss unserer Ermittlungen", so Behördensprecher Uwe Wick.

Es geht ums virtuelle Treiben im verschachtelten Firmenimperium des Flensburgers Dirk W. - nach Überzeugung der Ermittler die zentrale Gestalt in einem Geschäftsmodell, das mehr oder minder arglose Telefonsex-Kunden für teures Geld mit billigen Lügengeschichten abspeiste. Hinter liebestollen Damen, die sich per Zufalls-SMS auf tausenden deutscher Handy meldeten, standen nach Erkenntnissen der Ermittler professionelle Animateure beiderlei Geschlechts. Ihr einziger Job bestand darin, um jeden Preis im falschen Spiel zu halten, wer auf die Lock-SMS angebissen hatte. Ein Bombengeschäft offenbar. Oberstaatsanwalt Wick schätzt die Schadenssumme, die zwei für das Flensburger Mintnet-Imperium freigestellte Kollegen zusammengetragen haben, auf mittlerweile gut 70 Millionen Euro! ....
... Sechs Akteure, die die Staatsanwaltschaft für maßgeblich hält, wanderten dieses Mal in Untersuchungshaft. Der Rest war Schweigen. Eine Firmenschachtel nach der anderen ging im Laufe der Monate in Insolvenz. Die Kripo hatte anscheinend die Richtigen erwischt.

Von Flensburg aus wurden die Ermittlungen bis nach Bayern ausgeweitet. Wick spricht von einem "Pilotprojekt". Niemals zuvor habe es eine so konzentrierte Aktion der Strafverfolgzungsbehörden gegen die oft in rechtlichen Grauzonen operierenden "Mehrwert-Dienstleister" gegeben. Ermittelt wird mittlerweile gegen 150 Beschuldigte bundesweit. Als Indiz dafür, wie kritisch die Lage ist, lässt sich die Fortdauer der Untersuchungshaft für jetzt noch drei Hauptverdächtige interpretieren. Anträge auf Haftverschonung wurden abgelehnt: Fluchtgefahr. Dirk W. unterhält ein schönes Anwesen auf Thailand, heißt es. Allemal besser, als eine langjährige Haftstrafe abzubrummen.

Quelle: Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag

24.01.09

Bundesweite Ermittlungen gegen betrügerische Geister-Chats

Einem Bericht der Schleswig-Holsteinischen Zeitungsgruppe zufolge hat die Staatsanwaltschaft Kiel ihre Ermittlungen ausgeweitet. Nach den Razzien bei den Firmen MintNet und Mobile Solutions, wird inzwischen bundesweit ermittelt.

Sie schufen ein gigantisches Netzwerk mit nur einem Ziel: Abzocken! Die Flensburger Firma "MintNet" und das Kieler Unternehmen "Mobile Solutions" sollen Kunden mit betrügerischen SMS-Flirtchats über teure Premium-Nummern das Geld aus der Tasche gezogen haben. Jetzt hat die Kieler Staatsanwaltschaft die Ermittlungen auf ganz Deutschland ausgeweitet. Es geht um 100 Tatverdächtige, mehr als 100.000 Geschädigte und einen geschätzten Schaden von 20 Millionen Euro.

Durch die Auswertung der bisher sichergestellten Daten, konnten nicht nur weitere Tatverdächtige ausgemacht werden, sondern es haben bereits weitere Durchsuchungen stattgefunden.

Aufgrund der sichergestellten Daten wurden außerdem die Geschäftsräume von weiteren Internetdienstleistern in München durchsucht. Auch hier wurden umfangreiche Datenmengen sichergestellt. Es geht jetzt um 100 Tatverdächtige.

Zum vollständigen Bericht der Schleswig-Holsteinischen Zeitungsgruppe

04.12.08

Weitere Festnahme nach Razzia in Flensburg und Kiel

Von der Staatsanwaltschaft wird bereits einen Tag nach der aufsehenerregenden Durchsuchungsaktion der Firmenräume von Mintnet GmbH und Mobile Solutions GmbH von einem Stich ins Wespenest gesprochen. Noch vor Beginn der Auswertungen des sichergestellten Beweismaterials gab es eine sechste Festnahme. Im aktuellen Bericht vom shz ist u.a. zu lesen:

In einer massiven Aktion hatten Tags zuvor die Anwälte der Kieler Schwerpunktstaatsanwaltschaft über 40 Objekte bei MintNet und anderen SMS- und Internet-Dienstleistern durchsucht, Unterlagen und Rechner als Beweismittel gesichert. Fünf leitende Mitarbeiter des undurchsichtigen Firmendickichts um MintNet herum wurden verhaftet - am Abend kam noch eine sechste Festnahme hinzu. Parallel pfändeten Beamte Geld und geldwerte Sicherheiten - aus der Garage des MintNet-Geschäftsführers einen Aston Martin Vantage, Dienstwagen von 007 Daniel Craig.

Gestern liefen in Kiel die richterlichen Anhörungen, parallel richtete sich die Staatsanwaltschaft auf die Sichtung des Beweismaterials ein: Daten, Akten, Festplatten in 100 Kartons.

Zum vollständigen Bericht : shz.de

03.12.08

Razzia bei den SMS-Abzockern aus Flensburg und Kiel

Bei den Firmengeflechten der Mintnet GmbH und der Mobile Solutions GmbH und deren Tochterunternehmen ist es gestern zu einer großangelegten Razzia gekommen. Anschliessend gab es dazu eine gemeinsame Presseerklärung der Staatsanwaltschaft bei dem Landgericht Kiel und der Polizeidirektion Kiel. In einem Bericht von NDR-online heisst es:

Razzia bei betrügerischen SMS-Anbietern

Mit einer umfangreichen Razzia ist die Kieler Staatsanwaltschaft am Dienstag gegen die Anbieter einer SMS-Partnervermittlung vorgegangen. Den miteinander verflochtenen Firmen aus Kiel und Flensburg werde gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen, teilte die Behörde mit. Insgesamt seien mehr als 40 Firmenräume und Privatwohnungen durchsucht worden. Fünf Hauptverdächtige wurden nach Angaben des Oberstaatsanwalts festgenommen. Die beschuldigten Firmen sollen mit seriösen Kontaktmöglichkeiten per SMS geworben, stattdessen aber bezahlte Mitarbeiter mit gefälschten Nutzerprofilen eingesetzt haben, um Kunden zu ködern. Für jede SMS an die angeblichen Flirtpartner verlangten sie dann 1,99 Euro.

Ermittler vermuten hohe Zahl von Geschädigten

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft ist die Razzia der bundesweit erste Fall im Bereich solcher Partnervermittlungen, bei denen es zu Festnahmen gekommen ist. Die Ermittler gehen von einer hohen Zahl bislang unbekannter Geschädigter im gesamten Bundesgebiet aus. Die genaue Schadenshöhe lasse sich daher noch nicht beziffern. Jedoch hätten die Betrüger erhebliche Gewinne erzielt, hieß es. Die Auswertung des sichergestellten Beweismaterials werde wegen des Umfangs der aufgefundenen Datenmengen aller Voraussicht nach eine längere Zeit in Anspruch nehmen.

Quelle: NDR-online.de

Update: Das Team von Akte 08 berichtete am 09.12.2008 ebenfalls über die Razzia, Betroffene und weitere Hintergründe.

Mit einer umfangreichen Razzia ist die Kieler Staatsanwaltschaft im Dezember gegen die Anbieter einer SMS-Partnervermittlung vorgegangen. Den miteinander verflochtenen Firmen aus Kiel und Flensburg werde gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen, teilte die Behörde mit.

Insgesamt seien mehr als 40 Firmenräume und Privatwohnungen durchsucht worden. Fünf Hauptverdächtige wurden in Untersuchungshaft genommen. Die beschuldigten Firmen sollen mit seriösen Kontaktmöglichkeiten per SMS geworben, stattdessen aber bezahlte Mitarbeiter mit gefälschten Nutzerprofilen eingesetzt haben, um Kunden zu ködern. Für jede SMS an die angeblichen Flirtpartner verlangten sie dann 1,99 Euro. (ndr.de)

Quelle: NDR.de

Quelle: YouTube - scamnewsTV

20.10.08

Singleportale, Profile, Phantome, und digitalte Sklavenhaltung

Aufmerksam gemacht wurden wir wieder auf Singleportale des Flensburger Abzockimperiums, von dem die folgenden Webseiten mit teuren Geisterchats betrieben werden:

  • flirt-mit-herz.de - Max Utilities Ltd.
  • schmetterlinge24.com - MT United Services Ltd.

Die angeblich als eigenständige Betreiber auftretenden Firmen Max Utilities Ltd. und MT United Services Ltd. gehören zu dem Geflecht der (nach eigener Einschätzung) als Strukturdienstleister fungierenden Firma Mintnet GmbH und sind von ihr abhängig. Deren Gesellschafter Heiko Ancker und Dirk von Wildenradt sind die treibenden Kräfte. Sie versuchen sich nach Möglichkeit aus dem Tagesgeschäft herauszuhalten. Nach unseren Informationen delegieren Sie ihre Anweisungen und Anregungen an Norman Worgall, den Geschäftsführer der Mintnet GmbH. Den Anordnungen dieser drei Herren ist absolute Folge zu leisten, egal bei welchem Unternehmen dieses Firmengeflechts man beschäftigt ist. Das trifft auch für die als Geschäftsführer fungierenden Hausmeister (Rainer Sawatzki, siehe liebesdoktor.com), Fussbodenleger (Mirko Heinzer, siehe TMP Callcenter Service Nord GmbH) oder Ex-Frauen (Sabine Helbing, Ex des Herrn von Wildenradt. Beide sollen auch eine gemeinsame Tochter haben.) ausnahmslos zu.

Der eigentliche Zweck der Betreiber liegt ja nicht darin, verschiedenen Personen eine Plattform zum kennenlernen zu bieten. Vielmehr stecken dahinter knallharte wirtschaftliche Interessen. Die Kontakte werden über SMS-Premiumdienste generiert und so lange wie möglich aufrechterhalten. Immerhin wird einem Nutzer des Dienstes der Versand einer SMS i.d. R. mit 1,99 Euro in Rechnung gestellt. Durch intensive Nutzung dieser Premiumdienste sind Opfern dieser Abzocke auch schon mal Schäden in vierstelliger Höhe entstanden. Grund für uns, sich einmal mit der Technik zu befassen, mit der diese Gaunerei so effektiv betrieben wird. Dies beschränkt sich keineswegs auf das in Flensburg ansässige Firmengeflecht der Mintnet GmbH. Auch andere Firmen wie beispielsweise Server-Tel. Ltd. & Co. KG aus Hannover oder die in Kiel ansässige Mobile Solutions GmbH dürften diese (oder eine ähnliche) Technik einsetzen. Bei der Firma Mobile Solutions GmbH in Kiel wurde auch der weiter unten abgebildete Platinenblock gesehen.

Auf den Singlebörsen und Chatportalen der Betreiber sieht noch alles nach eitel Sonnenschein aus. Dort wird mit ansprechenden Fotos und Texten für die verschiedenen Profile (oder besser: Phantome) geworben.

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Jedes einzelne Profil ist zwar mit einer eigenen Handynummer ausgestattet. Dennoch handelt es sich um sehr bedauernswerte Kreaturen, Denn diese werden niemals die Chance erhalten das Licht der Sonne zu erblicken. Eingesperrt auf kleinstem Raum sind sie sind so etwas wie die digitalen Sklaven. Auf dem abgebildeten Platinenblock sind 120 Profile zusammengepfercht, die sich den knappen Raum teilen müssen.

Jede Werbemaßnahme für ein Profil kann über eine eigene Rufnummer abgewickelt werden. Das macht es erforderlich, dass eine große Anzahl SIM-Karten möglichst zeitnah ausgelesen werden können. Dafür benutzt man eine Art Wechselmaschine für Telefonkarten.

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Die eingesteckten SIM-Karten können nacheinander angesprochen und in die SIM-Fassung eines normalen Handys eingespeist werden. Dadurch wird der gleiche Effekt erzielt, als würde man die SIM-Karten schnell hintereinander auswechseln. Statt eines Handys wird das Ganze aber per Computer gesteuert und verarbeitet bzw. von den Rechnern an die anwesenden Animateure weitergeleitet.

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Kommandozentrale im Keller der Mobile Solutions GmbH

Diese Platinenblöcke sind mit einer Empfangseinheit gekoppelt, werden durch ein weiteres internes System ausgelesen und die empfangenen SMS dann direkt in die Animationsabteilungen weitergeleitet. Bei der Mobile Solution sind mehrere solcher Platinenblöcke im Einsatz. Dadurch können ein paar Hundert engehende SMS zeitnah beantwortet werden. Für die Beantwortung sind dann Animateure zuständig, denen dafür eine entsprechende Software zu Verfügung steht. Neben vielen anderen administrativen Einstellungen, ist es ebenfalls möglich, einem Profil eine Anzahl email-Adressen zuzuordnen. Diese werden u.a. auch dazu genutzt, für das jeweilige Profil Werbung per Spam zu senden.

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Unterstützen Sie nicht diese Form der digitalen Sklaverei durch die Zahlung von ungerechtfertigten Forderungen. Helfen Sie uns lieber bei unserem Engagement für die Befreiung der Profile aus ihren engen Gehäusen.