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04.02.12

Gewinnspielbetrug: Ex-Bankvorstand will nicht aussagen

Im Strafverfahren um den groß angelegten Lastschriftbetrug mit Gewinnspielen bleiben die Vorgänge um den Bankverein Werther vorerst noch ungeklärt. Der frühere Bankverein-Vorstand Werner Hachmeister hat am Mittwoch vor dem Landgericht Bielefeld keine Aussage gemacht. Gegen den 60-Jährigen ist ebenfalls ein Ermittlungsverfahren anhängig.

Seit Anfang September 2011 stehen ein Paderborner Ehepaar und ein früherer Hotelier aus der Schweiz vor einer Wirtschaftsstrafkammer des Bielefelder Landgerichts. Oberstaatsanwältin Regina Wiedemann und Staatsanwalt Stephan Poerschke werfen den drei Angeklagten gewerbsmäßigen Bandenbetrug mit Lastschriften vor. Dabei soll ein Schaden in Höhe von 18,8 Millionen Euro entstanden sein. ...

Insgesamt wurden 139711 Spieler geworben, mehr als 327000 Lastschriften eingezogen.

Der geringste Teil dieser Beträge landete auf einem Konto bei der Sparkasse Paderborn; der Löwenanteil von etwa zehn Millionen Euro hingegen wurde beim Bankverein Werther gebucht. Die Staatsanwaltschaft geht auch nach vier Monaten Prozessdauer von einem strafrechtlich relevanten Schaden in Höhe von 18,8 Millionen Euro aus. Etwa 40 Prozent aller verbuchten Lastschriften seien nach Widersprüchen zurückgebucht worden. Und von diesen kostenpflichtigen Rückbuchungen habe die Wertheraner Privatbank ebenfalls profitiert. ...

Werner Hachmeister (60), der ehemalige Vorstand des Bankvereins, sollte gestern als Zeuge vor dem Landgericht aussagen. Da er im Vorfeld aber bereits ankündigte, von seinem Recht der Aussageverweigerung Gebrauch zu machen, wurde Hachmeister wieder abgeladen. Nach Auskunft der Staatsanwaltschaft Bielefeld ist »gegen Hachmeister ein Ermittlungsverfahren anhängig«.

Die Geschäftsräume des Bankvereins an der Ravensberger Straße waren im Sommer 2010 von Ermittlern durchsucht worden. Oberstaatsanwältin Regina Wiedemann bestätigte auf Anfrage dieser Zeitung zudem, dass es »weitere Beschuldigte« aus dem Umfeld des Bankvereins Werther gibt, gegen die wegen der Beihilfe zum gewerbsmäßigen Bandenbetrug ermittelt werde.

Quelle und vollständiger Bericht: Westfalen-Blatt

21.10.11

Neues Geständnis im Prozess um Gewinnspielbetrug angekündigt

Der ehemalige Todtmooser Hotelier Markus W. will vor dem Bielefelder Landgericht ein erneutes Geständnis ablegen. Das erklärte gestern eine Verteidigerin des 48-jährigen Angeklagten. W. hoffe darauf, dass das Gericht ein ursprüngliches "Verständigungsangebot", das die Höchststrafe von sechs Jahren Haft beinhaltete, erneuern werde.

Dem Kaufmann aus der Schweiz wird von der Bielefelder Staatsanwaltschaft "bandenmäßiger und gewerbsmäßiger Betrug" vorgeworfen. Gemeinsam mit einem 40- und 37-jährigen Ehepaar aus Paderborn soll Markus W. insgesamt 139 711 Personen im ganzen undesgebiet in den Jahren 2009 und 2010 mit Gewinnspieltricks überzogen haben. ...

Insgesamt geht die Staatsanwaltschaft Bielefeld von einem strafrechtlich relevanten Schaden von 18,8 Millionen Euro aus. Die Beträge waren auf Konten von zwei Banken in Ostwestfalen geflossen. Ein Bankmitarbeiter erklärte als Zeuge, Markus W. habe eines dieser Konten mit eröffnet. ...

Quelle und vollständiger Bericht: Badische Zeitung

Geständnis im Gewinnspielprozess nicht ausreichend

Der ehemalige Todtmooser Hotelier Markus W. hat als erster Angeklagter vor dem Landgericht Bielefeld ein Geständnis abgelegt. Doch den Richtern der 9. Strafkammer ging diese Erklärung gestern nicht weit genug. Sie bezeichneten das Geständnis als ungenügend. Nun fühlt sich das Gericht nicht mehr an eine Strafzusage von bis zu sechs Jahren Haft gebunden.

Das Paderborner Ehepaar Daniela (37) und Thorsten S. (40) sollen mit dem Schweizer Kaufmannn und ehemaligen Todtmooser Hotelier Markus W. (48) im Jahr 2008 übereingekommen sein, eine Vielzahl von Menschen zu Gewinnspielen zu überreden. Davon geht jedenfalls die Staatsanwaltschaft Bielefeld aus, die das Trio des "bandenmäßigen und gewerbsmäßigen Betruges" angeklagt hat.

Die Vorwürfe der Anklage räumte er danach mit einer eigenen Erklärung "voll" ein. "Die Konteninhaber wurden getäuscht", sagte er, "so ist es zu den Lastschrifteinzügen gekommen". ...

... "Ich räume den bandenmäßigen Betrug ein." Als einen Mittäter benannte er dann einen im Rheinland lebenden gebürtigen Rumänen. Eine von der Strafkammer geforderte Vereinbarung mit weiteren Mittätern – "Zu einer Bande gehören drei Leute", so der Richter – wollte der Ex-Hotelier indessen nicht preisgeben. ...

Quelle und vollständiger Bericht: Badische Zeitung

19.10.11

Akte 2011: Die Gewinnspielmafia

Bei Anruf Geld weg! Die Tricks der Gewinnspiel-Mafia. Wer über die Hintermänner mit deren Methoden berichtete, wurde eingeschüchtert und sogar vor Gericht gezerrt. So ist es auch dem Berliner Rechtsanwalt Stefan Richter widerfahren.

Quelle: Dailymotion - verbraucherinfoTV

Gewinnspielabzocker vor Gericht

Den deutschen Ermittlern ist nach langwierigen Ermittlungen im vergangenen Jahr endlich ein Schlag gegen die Gewinnspielabzocker gelungen. Vor dem Landgericht Bielefeld fand letzte Woche die Verhandlung gegen drei Hintermänner der Gewinnspielabzocker statt. Der Vorwurf gegen die Angeklagten, Markus Waldvogel, Daniela und Thorsten Seyfarth, lautet auf bandenmässigen Betrug. So sollen die Angeklagten Bundesweit vom Herbst 2009 bis zum Frühjahr 2010 nachweislich ca.140.000 Personen geschädigt haben. Die Beute soll allein in diesem Zeitraums gut 9 Millionen Euro betragen haben.

Quelle: Dailymotion - verbraucherinfoTV

08.09.11

Zum Prozessbeginn schwiegen die Angeklagten

Eine Stunde dauerte der Prozessauftakt gegen den früheren Todtmooser Hotelier Markus W. vor dem Bielefelder Landgericht, dann war Tag eins eines gigantischen Betrugsverfahrens beendet. Der 48-Jährige sagte nur einen Satz: "Ich möchte mich heute noch nicht äußern."

Bis zum zweiten Prozesstag am Freitag können er und seine zwei Mitangeklagten (ein 40- und 37-jähriges Ehepaar aus Paderborn) nun grundsätzlich über Einlassungen und im Besonderen über Geständnisse nachdenken. Die Richter stellten für diesen Fall und die dadurch verkürzte Hauptverhandlung einen Strafrabatt in Aussicht. Anderenfalls droht ein Mammutprozess. Termine sind bereits bis Januar 2012 vorgesehen.

... Dabei ist den Teilnehmern an den Gewinnspielen zunächst ein Verlust in gesamter Höhe von 18,8 Millionen Euro entstanden. ...

... Bereits 2008 sollen die Gewinnspielaktionen des Trios aus Todtmoos und Paderborn begonnen haben, und bei diesen Taten sei ein Schaden in Höhe von "mehr als 40 Millionen Euro" entstanden. Die Ermittlungen wurden indes der Anklage und im Sinn eines zügigen Verfahren nur "vorläufig eingestellt".

Die Verflechtungen dieses Gewinnspielbetruges sollen nach den Erkenntnissen der Staatsanwälte bis nach Österreich reichen, die Taten werden auch als "Wiener Karussell" benannt. Ein Dienstleister des Lastschriftverfahrens soll in der österreichischen Hauptstadt unter dem Namen "Luck 24 GmbH" firmieren.

Ähnliche Vorwürfe wie in Bielefeld werden dem Ex-Hotelier aus Todtmoos übrigens auch von anderen Staatsanwaltschaften in Deutschland gemacht. Die Bielefelder Ermittler erwirkten jedoch als erste vor 13 Monaten einen Haftbefehl. Seither sitzt der 48-jährige Kaufmann in der Bielefelder Justizvollzugsanstalt in Untersuchungshaft. Mehrfach haben Gerichte seither den Haftbefehl gegen ihn wegen Fluchtgefahr bestätigt.

Quelle und vollständiger Bericht: Badische Zeitung

13.08.10

Gewinnspielbetrüger des Wiener Karussells festgenommen

Wegen Gewinnspielbetrugs in Millionenhöhe ermittelt die Staatsanwaltschaft Bielefeld im Südschwarzwald. Eine Bande soll binnen eines halben Jahres bis Anfang 2010 von Konten in ganz Deutschland unautorisiert 19 Millionen Euro abgebucht haben.

Vor zwei Wochen nahm die Polizei in Waldshut-Tiengen jenen Mann fest, den die Ermittler als zentrale Figur bei dem Betrug einschätzen: den 47-jährigen Schweizer Markus W. Bereits im April war das von ihm betriebene Hotel in Todtmoos durchsucht worden.

W. und seine Mittäter Thorsten S. und Daniela P., die in Bielefeld und Paderborn vier Callcenter betreiben, gingen nach einem von immer mehr Betrugsfirmen gehandhabten Muster vor, sagt die Staatsanwaltschaft: ...

Quelle und vollständiger Bericht: SÜDKURIER - Millionenbetrug per Telefon

... Unter Verweis auf ein angebliches Gewinnspiel sollen Mitarbeiter von vier Callcentern in Bielefeld und Paderborn durch Anrufe bundesweit telefonisch Kontodaten erschlichen haben. Danach sollen ohne erkennbare Gegenleistung Lastschriften getätigt worden sein – über 300 000 allein zwischen Mitte 2009 und Anfang 2010. Pollmann: „Meist handelte es sich um kleinere Beträge, in der Regel 55 Euro. In einzelnen Fällen wurde mehrmals abgebucht – bis in den vierstelligen Bereich.“ ...

Quelle und vollständiger Bericht: SÜDKURIER - Polizei nimmt Todtmooser Hotelier fest

Der Schwindel flog auf, als Mitarbeiter des Callcenters sich an die Polizei wandten. Allein über eine der beiden Banken wurden nach Angaben der Staatsanwaltschaft 300.000 Buchungen abgewickelt. ...

Ende Juli durchsuchten Polizei und Staatsanwaltschaft den Bankverein Werther. Über ihn wickelten die Finanzdienstleister über zwei Jahre ihre Geschäfte mit unerlaubten Lastschrifteinzügen ab. Zuvor hatten die Betrüger ihre Masche über Konten der Sparkasse Paderborn probiert. Der Sparkasse war das Geschäftsgebaren der Schweizer allerdings zu dubios, so dass die Paderborner die Geschäftsbeziehung kündigten.

Quelle und vollständiger Bericht: Neue Westfälische - Betrüger zocken 19 Millionen ab

26.07.10

StA sichert Kontounterlagen von Firmen der Gewinnspielmafia

Im Rahmen ihrer Ermittlungen haben Polizei und Staatsanwaltschaft zu einem weiteren Schlag gegen die Lotto- und Gewinnspielmafia des Wiener Karussells ausgeholt. Bei der Durchsuchung eines Bankhauses wurden Kontounterlagen sichergestellt. Die im folgenden Bericht erwähnten Firmen TFH AG und S & S Service & Solution sowie deren Geschäftsführer Markus Waldvogel, Thorsten Seyfarth (TFH AG) und Daniela Ptak (S & S Service & Solution) sind zweifelsfrei Teil des Betrugskartell aus Wien.

Die Erfolgsmeldungen über beträchtliche Gewinne beim Bankverein werden von neuen Entwicklungen überschattet: Polizei und Staatsanwaltschaft haben die Hauptstelle in Werther durchsucht und Kontounterlagen im Zusammenhang mit unerlaubten Lastschrifteinzügen sichergestellt.

Durch »Abzocke« bei telefonischen Glücksspielen soll nach Angaben des Bielefelder Oberstaatsanwaltes Heinrich Rempe ein Schaden von mehreren Millionen Euro entstanden sein. ...

Bei dem mutmaßlichen Drahtzieher handelt es sich nach Erkenntnissen der Ermittler um die in der Schweiz ansässige Firma TFH, gegen die wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betruges ermittelt wird. Auch die Paderborner Firma S & S Service & Solution ist ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Mitarbeiter in einem von S & S betriebenen Callcenter sollen zahlreiche Personen angerufen und ihnen gesagt haben, sie hätten bei einem kostenlosen Glücksspiel gewonnen.

Sobald der Angerufene sich zur Nennung seiner Kontodaten verleiten ließ, habe TFH eigenmächtig Lastschriftabbuchungen veranlasst, heißt es. Die Abbuchungen sollen über drei Finanzdienstleister abgewickelt worden sein, deren Geschäftsräume in München, Berlin und Frankfurt ebenso wie der Bankverein durchsucht wurden. Auch gegen diese drei Unternehmen wurden laut Heinrich Rempe Ermittlungsverfahren eingeleitet. ...

Quelle und vollständiger Bericht: Westfalen-Blatt

Bei dem einen der im Bericht erwähnten Finanzdienstleister handelt es sich um die afendis payment solutions AG aus München. Bereits im April hatte die Staatsanwaltschaft Bielefeld im Zuge einer Rückgewinnungshilfe zugunsten von Geschädigten in einer Veröffentlichung bekanntgegeben:

  • Forderungen der afendis payment solutions AG, Marsstraße 26, 80335 München, gegen den Bankverein Werther (Westfalen) aus dem Konto 260 133 710 auf Grund des Arrestes des AG Bielefeld vom 15.01.2010 (9 Gs 239/10): Guthaben am 31.03.2010: 167.140,71 €
    Die afendis payment solutions AG war Zahlungsabwicklerin der TFH AG, der das Kontoguthaben daher wirtschaftlich zuzuordnen ist.

Mehr im Beitrag Rückzahlungen an Opfer der Gewinnspielabzocke möglich

21.01.10

Callcenter der Gewinnspielmafia wegen Betrug durchsucht

So musste es ja mal kommen. Wegen Betrug wird inzwischen gegen vier Betreiber von Callcentern in Bielefeld und Paderborn ermittelt. Die Callcenter und ihre Betreiber werden dem mafiös organisierten Geflecht des Wiener Karussells zugerechnet. Erfreulich ist das relativ schnelle und konsequente Handeln der Bielefelder Schwerpunktstaatsanwaltschaft für Wirtschaftskriminalität.

Die Durchsuchungen von zwei Callcentern in Paderborn werden monatelange Ermittlungen nach sich ziehen. Die Bielefelder Staatsanwaltschaft hat die Betreiber wegen Betrugs im Visier. ...

Quelle und vollständiger Bericht: Radio Hochstift

Die Neue Westfälische berichtete ebenfalls über die betrügerische Masche der Callcenter und die Durchsuchung der Ermittlungsbehörden.

... Bei den Beschuldigten soll es sich um zwei Männer und eine Frau aus Paderborn und den Schweizer Markus W. handeln. Letzterer ist offenbar bereits mehrfach durch zweifelhafte Geschäfte aufgefallen.

Im Internet wird etwa auf antiabzockenet.blogspot.com und danielgrosse.com darauf hingewiesen. Die Paderborner Firmen gehörten zu einem Unternehmensgeflecht, das wiederholt im Zusammenhang mit dubiosem Telefonmarketing und unerlaubten Abbuchungen auftauche. ...

Quelle und vollständiger Bericht: Neue Westfälische

Auf seiner Webseite hat sich auch der Journalist Daniel Große des Themas angenommen. Er schreibt nicht nur über Neuigkeiten zu Tipptresor, Novamedia Marketing und Euro Lotto Tipp sondern auch über interessant Hintergründe zu den Firmen und Betreibern.

... können Thorsten Sucker, Geschäftsführer von Novamedia, seine Gesellschafterin Daniela Ptak und Markus Waldvogel, einstiger Verwaltungsrat bei Euro Lotto Tipp in der Schweiz , jetzt sicher den Ermittlungsbehörden erklären.

Quelle und vollständiger Bericht: danielgrosse.com

Bleibt nur zu hoffen, dass weitere solcher Aktionen von den Staatsanwaltschaften durchgeführt werden. Dann sollte diese betrügerische Abzocke recht bald der Vergangenheit angehören.