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23.07.13

Faustus Eberle zu Haftstrafe verurteilt am LG Düsseldorf

Nachdem das Landgericht Frankfurt (7580 Js 201988/11 - 931 Gs) erst im vergangenen Dezember Faustus Eberle zu einer Haftstrafe verurteilt hatte, folgte nun vor dem LG Düsseldorf (004 KLs-130 Js 113/08-3/12) die zweite Klatsche für den Betrüger, der sich selbst lieber als Wirtschaftswunderkind und Business-Angel sah. Zu der Strafe von vier Jahren und drei Monaten aus dem ersten Prozess kommen jetzt noch einmal zwei Jahre und drei Monate hinzu. In der Urteilsbegründung wird Faustus Eberle neben dem "Umfang der betrügerisch erlangten Beute" auch sein professionelles und vor Allem sein "besonders nachhaltiges kriminelles Vorgehen" zur Last gelegt.

Mitangeklagt waren der Rechtsanwalt Constantin Kletti und mit Georg Gabrielides der Vorstand und Geschäftsführer der Afendis Payment Solutions GmbH. Mit einem blauen Auge kam Georg Gabrielides noch einmal davon, denn er wurde wegen Beihilfe zum Betrug in drei Fällen Lediglich eine Geldstrafe von 540 Tagessätzen zu je 130,00 € verurteilt. Schwerwiegender wogen bei Constantin Kletti die Verurteilungen aus den früheren Prozessen am LG Düsseldorf (14 KLs – 130 Js 56/09 – 08/09) und beim LG Gera (850 Js 23010/04 1 KLs/6). Schon danach drohte dem Ratherr eine lange Haft, die nun unter Einbeziehung der vorherigen Urteile zu einer Gesamtstrafe von insgesamt sieben Jahren und sechs Monaten zusammengefasst wurde.

Das Verfahren gegen Tobias Kirmeier als verantwortlichen Gesellschafter und Geschäftsführer der Firma STEP2PAY solutions for e-transactions GmbH (kurz STEP2PAY) wurde im Prozess abgetrennt und gesondert weiterverfolgt. Die Firma STEP2PAY war für die Payment-Dienstleistungen im bargeldlosen Zahlungsverkehr, also den Einzug der betrügerischen Forderungen wie z.B. für xwin-online.com, zuständig. Schon früher ist Tobias Kirmeier wegen seines dubiosen Geschäftsgebarens aufgefallen, u.a. auch als Gesellschafter der Captura GmbH, welche bekanntlich Eberles Firmenimperium zugerechnet wird. Auch aus dem Vorstand der Novalnet AG musste er wegen seiner Verstrickungen zu dem betrügerischen Firmengeflecht des Faustus Eberle Im Februar 2008 ausscheiden.

26.07.10

StA sichert Kontounterlagen von Firmen der Gewinnspielmafia

Im Rahmen ihrer Ermittlungen haben Polizei und Staatsanwaltschaft zu einem weiteren Schlag gegen die Lotto- und Gewinnspielmafia des Wiener Karussells ausgeholt. Bei der Durchsuchung eines Bankhauses wurden Kontounterlagen sichergestellt. Die im folgenden Bericht erwähnten Firmen TFH AG und S & S Service & Solution sowie deren Geschäftsführer Markus Waldvogel, Thorsten Seyfarth (TFH AG) und Daniela Ptak (S & S Service & Solution) sind zweifelsfrei Teil des Betrugskartell aus Wien.

Die Erfolgsmeldungen über beträchtliche Gewinne beim Bankverein werden von neuen Entwicklungen überschattet: Polizei und Staatsanwaltschaft haben die Hauptstelle in Werther durchsucht und Kontounterlagen im Zusammenhang mit unerlaubten Lastschrifteinzügen sichergestellt.

Durch »Abzocke« bei telefonischen Glücksspielen soll nach Angaben des Bielefelder Oberstaatsanwaltes Heinrich Rempe ein Schaden von mehreren Millionen Euro entstanden sein. ...

Bei dem mutmaßlichen Drahtzieher handelt es sich nach Erkenntnissen der Ermittler um die in der Schweiz ansässige Firma TFH, gegen die wegen des Verdachts des gewerbsmäßigen Betruges ermittelt wird. Auch die Paderborner Firma S & S Service & Solution ist ins Visier der Staatsanwaltschaft geraten. Mitarbeiter in einem von S & S betriebenen Callcenter sollen zahlreiche Personen angerufen und ihnen gesagt haben, sie hätten bei einem kostenlosen Glücksspiel gewonnen.

Sobald der Angerufene sich zur Nennung seiner Kontodaten verleiten ließ, habe TFH eigenmächtig Lastschriftabbuchungen veranlasst, heißt es. Die Abbuchungen sollen über drei Finanzdienstleister abgewickelt worden sein, deren Geschäftsräume in München, Berlin und Frankfurt ebenso wie der Bankverein durchsucht wurden. Auch gegen diese drei Unternehmen wurden laut Heinrich Rempe Ermittlungsverfahren eingeleitet. ...

Quelle und vollständiger Bericht: Westfalen-Blatt

Bei dem einen der im Bericht erwähnten Finanzdienstleister handelt es sich um die afendis payment solutions AG aus München. Bereits im April hatte die Staatsanwaltschaft Bielefeld im Zuge einer Rückgewinnungshilfe zugunsten von Geschädigten in einer Veröffentlichung bekanntgegeben:

  • Forderungen der afendis payment solutions AG, Marsstraße 26, 80335 München, gegen den Bankverein Werther (Westfalen) aus dem Konto 260 133 710 auf Grund des Arrestes des AG Bielefeld vom 15.01.2010 (9 Gs 239/10): Guthaben am 31.03.2010: 167.140,71 €
    Die afendis payment solutions AG war Zahlungsabwicklerin der TFH AG, der das Kontoguthaben daher wirtschaftlich zuzuordnen ist.

Mehr im Beitrag Rückzahlungen an Opfer der Gewinnspielabzocke möglich