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04.04.12

Mintnet reloaded: Comeback der Geister-Chats

Nachdem das Mintnet-Imperiums aufgrund der Durchsuchungen und Verhaftungen durch die Staatsanwaltschaft Kiel zusammengebrochen war, ist es über einen längeren Zeitraum relativ ruhig gewesen in Bezug auf Flirtportal mit den sogenannten Geister-Chats. Die Ruhe war trügerisch, denn mittlerweile gibt es mit logo-flirt.net ein Portal, welches an die alten Zeiten von Mintnet erinnert. Das liegt wohl daran, weil auf der Webseite mehrfach der Eindruck vermittelt wird, es sei alles kostenlos. Auch in den AGB finden sich keine Hinweise auf mögliche Kosten. Stutzig macht allein auf der Seite zur Registrierung ein Abschnitt, in welchem vom Kauf für Flirtpennys die Rede ist.

Was sind Flirtpennys?
Diese Flirtpennys kannst du für diverse Zusatzleistungen später dazu kaufen. Als Neukunde erhälst du zum start kostenfrei gleich 10 Flirtpennys zum probieren. Mit diesen Flirtpennys wird unsere Seite finanziert und ist deshalb auch komplett Werbefrei. Die Zusatzleistungen mit diesen Flirtpennys sind dann z.B. SMS versenden, damit dein Partner die Nachricht auch erhält wenn er mal nicht online ist. Der Kauf dieser Flirtpennys ist nacher denkbar einfach. Einfach die gewünschte Anzahl auswählen und sicher bezahlen über einen Paymentanbieter deiner Wahl. Wenn man das Kontigent dann aufgebraucht hat, kann man sich einfach wieder neue kaufen. Wie du siehst sind hier keine versteckte kosten bzw. Abofallen enthalten. Auch sichern wir mit den Flirtpennys das man nur Nachrichten an ernsthaft interresante Profile versendet ...

Offensichtlich gibt es doch kostenpflichtige Zusatzleistungen. Welche dies sind und die dazu gehörenden Kosten ist für einen Interessenten vor einer Anmeldung nicht ersichtlich. Ebenfalls nicht zu erkennen für die angemeldeten Nutzer sind die Animateure, welche sich laut AGB auch mit mehreren Identitäten am Chat beteiligen.

In diesem Chat setzt die Easy Talk UG Controller/innen ein, die unter mehreren Identitäten Dialoge führen können. Im System sind diese nicht besonders gekennzeichnet.

Also alles nach altbewährter Art des ehemaligen Firmengeflechts der Mintnet GmbH. Wenn ein Unternehmen wie die Easy Talk UG für ihr Flirtportal auch bezahlte Animateure, Betreuer oder Controller einsetzt, dann geht es vorrangig um wirtschaftliche Interessen. Alles andere spielt nur eine untergeordnete Rolle, wie auch die Möglichkeit dass ein "Kunde" seinen Flirtpartner kennenlernen und treffen möchte.

Das Portal logo-flirt.net wird betrieben von der Firma Easy Talk UG. Als Geschäftsführerin ist eine Frau Karen Maksultani aktiv.

Eine weitere Parallele zum früheren Mintnet-Imperium könnte in der Verschleierung der tatsächlichen Urheber des Portals liegen. Anscheinend ist die derzeitige Geschäftsführerin lediglich eine Marionette, während ihre Vorgänger die Drahtzieher des Portals sind.

Amtsgericht Hamburg Aktenzeichen: HRB 117249 Bekannt gemacht am: 23.05.2011 12:00 Uhr

In ().
gesetzte Angaben der Anschrift und des Geschäftszweiges erfolgen ohne Gewähr.

Veränderungen

20.05.2011

Easy Talk UG (haftungsbeschränkt), Hamburg, Beim Strohhause 31, 20097 Hamburg. Die Gesellschafterversammlung vom 21.04.2011 hat die Änderung des Musterprotokolls in Ziffer 4 beschlossen. Ausgeschieden Geschäftsführer: B., B., Handewitt, *21.07.1976. Bestellt Geschäftsführer: Bödecker, Jan Christian, Handewitt, *20.06.1979, vertretungsberechtigt gemäß allgemeiner Vertretungsregelung; mit der Befugnis, im Namen der Gesellschaft mit sich im eigenen Namen oder als Vertreter eines Dritten Rechtsgeschäfte abzuschließen.

Für unseriöse und betrügerisch anmutende Geschäftspraktiken ist die Familie Bödecker seit Jahren bekannt. Für diverse Unternehmen aus dem Umfeld der damaligen Mintnet GmbH war B. B. Geschäftsführer. So war er beispielsweise gemeinsam mit Dirk von Wildenradt, einem der Hauptverantwortlichen des Mintnet-Betruges, auch Gesellschafter der spanischen Firma Call Easy S.L., welche für die Abzocke von SMSfree24 verantwortlich war.

Interessant ist auch der Name der aktuellen Firma, denn eine gleichnamige GmbH gab es 2004 schon einmal. Geschäftsführer war B. B..

  • EasyTalk GmbH (insolvent)
    Westerallee 162
    24941 Flensburg
    Amtsgericht: 24937 Flensburg (HRB 4906)
    Geschäftsführer: B. B.

Diese EasyTalk GmbH wurde von den Krankenkassen verklagt, weil keine Sozialabgaben für die Mitarbeiter bezahlt wurden. Darauf begann ein Insolvenzverfahren wegen Zahlungsunfähigkeit, welches im Juni 2005 eröffnet wurde.

Amtsgericht Flensburg
56 IN 74/05
Beschluss


In dem Insolvenzeröffnungsverfahren
über das Vermögen der

Easy Talk GmbH (Handelsregister: Amtsgericht Flensburg HRB 4906 FL), ehemals geschäftsansässig Westeralle 162, 24941 Flensburg, vertreten durch ihren Geschäftsführer B. B., wohnhaft Siedlerstraße 28 c, 24941 Jarplund-Weding

- Geschäftszweig des Unternehmens: Internetdienstleistungen -

werden die Verfahren - 56 IN 74/05 - (Insolvenzeigenantrag), - 56 IN 93/05 - (Antrag AOK Schleswig-Holstein), - 56 IN 180/05 - (Antrag DAK) und - 56 IN 186/05 - (Antrag Barmer Ersatzkasse) zur gemeinsamen Fortführung verbunden.
Es führt das Verfahren - 56 IN 74/05 -.

Über das Vermögen der Schuldnerin wird wegen Zahlungsunfähigkeit am 20. Juni 2005, 11:45 Uhr das Insolvenzverfahren eröffnet.

Wegen Vermögenslosigkeit wurde die EasyTalk GmbH im Juli 2007 von Amts wegen aus dem Handelsregister gelöscht. Nach der Insolvenz von B. B. hat seine Mutter Annegret die Geschäftsführung seiner anderen Firmen übernommen, wie zum Beispiel bei:

  • Best-Net GmbH
    Amtsgericht: 24937 Flensburg (HRB 5634)
    Geschäftsführer: Annegret Bödecker
    ehem. Geschäftsführer: B. B. (21.03.2006 - 01.03.2007)

  • Fine-Net GmbH
    Amtsgericht: 24937 Flensburg (HRB 5446)
    Geschäftsführer: Annegret Bödecker
    ehem. Geschäftsführer: B. B. (21.03.2006 - 29.03.2007)

Ein weiteres zweifelhaftes Betätigungsfeld war für B. B. auch die Abzocke per Dialer.

Registrierungsdatum: 24.05.2005
Adressierungsmerkmal: http://jump.ng.intexus.de/
Rufnummer: 90090001662
Hash-Wert: 744BFC03DFB343B09D5450719F3246E0AA495E53
Dateiname: final.exe
Dialer-Version: 2.1.1.336

Inhalteanbieter:
B. B. EFTA GmbH Schäferweg 3 24941 Flensburg

Quelle: Bundesnetzagentur

05.05.11

Haftbefehle im Mintnet-Prozess endgültig aufgehoben

Im Verfahren um den mutmaßlich gewerbsmäßigen Bandenbetrug mit SMS-Chat-Diensten gegen drei Firmenverantwortliche des Flensburger Unternehmens MintNet GmbH hat die zuständige 6. Große Strafkammer des Landgerichts Kiel im Verlaufe einer mehrwöchigen Verhandlungspause vor dem kommenden 145. Verhandlungstag die bereits unter Auflagen außer Vollzug gesetzten Haftbefehle vollständig aufgehoben. Damit entsprach die Kammer einem entsprechenden Antrag der Verteidigung.

Die in dem Verfahren gegen vormals sechs mutmaßliche Tatbeteiligte übrig gebliebenen drei Hauptangeklagten Heiko A., Dirk von W. und Norman W. hatten bereits jeweils ein Jahr und sieben Monate in Untersuchungshaft verbracht, bevor das Schleswig-Holsteinische Oberlandesgericht auf die Beschwerden der Verteidigung hin im vergangenen Sommer ihre Entlassung unter Auflagen anordnete. ...

Den drei Angeklagten wird täterschaftlicher gewerbsmäßiger Bandenbetrug vorgeworfen. Mittels eines ausgeklügelten Firmengeflechts um die Flensburger MintNet GmbH sollen sie in der Absicht sich oder Dritten einen rechtswidrigen Vermögensvorteil zu verschaffen, den Be- und Vertrieb von Premium-Mehrwertdiensten verschleiert und arglose Kunden mit der Aussicht auf Kontaktvermittlung zu anderen Nutzern geködert sowie zur anhaltenden Nutzung kostenpflichtiger SMS-Kurzwahlnummern verführt haben. ...

... Zwar gehe das Gericht auch weiter von einem dringenden Tatverdacht aus, stütze seine Entscheidung aber auf die Anerkennung des Verhaltens der Angeklagten, die sich seit ihrer Freilassung aus der Untersuchungshaft vollumfänglich an die ihnen erteilten Auflagen und Weisungen gehalten hätten.

Quelle und vollständiger Bericht: Wirtschaftsblatt.at

13.05.10

Mintnet-Prozess: Verfahren gegen Strohmann eingestellt

Im sog. SMS-Chat-Prozess gegen insgesamt sechs Angeklagte, die seit mehr als 50 Verhandlungstagen in mittlerweile zwei getrennten Hauptverhandlungen im Landgericht Kiel auf der Anklagebank sitzen, hat es nun die erste Verfahrenseinstellung gegeben. Das Verfahren gegen einen von drei mutmasslichen “Strohmännern” wegen Beihilfe zum gewerbsmässigen Bandenbetrug wurde gegen die Zahlungsauflage von 2.000,- Euro an die Staatskasse und je 1.000,- Euro in jeweils zwei Raten an Naturschutzbund, Kinderschutzbund und Förderverein der Bewährungshilfe sowie der Auflage zur Ableistung von 200 Sozialstunden nach §153a Abs.2, Abs.1 StPO vorläufig eingestellt. Werden alle Auflagen bis Oktober 2010 erfüllt ist die Einstellung endgültig. Heiko H. hatte dazu bereits am Vormittag die ersten 2.000,- Euro an die Gerichtskasse eingezahlt. Die Einstellung erfolgt bei fehlendem öffentlichen Interesse an der Strafverfolgung, wenn und soweit die mutmaßliche Schwere der Schuld nicht entgegensteht. Dies war bereits vor Monaten vom Gericht angeregt und seitens der 6. Großen Strafkammer nicht an eine Sacheinlassung geknüpft worden. In intensiven Gesprächen zwischen Staatsanwaltschaft, Kammer und der Verteidigerin Sabine U. Marx war man zu diesem Ergebnis gekommen. Auch für die anderen beiden, der Beihilfe angeklagten, mutmaßlichen “Strohmänner” steht eine Verfahrenseinstellung im Raum. Ihre Verfahren waren zuvor aus strafprozessrechtlichen Gründen abgetrennt worden. ...

Quelle und vollständiger Bericht: Kiel211vorab

Auch die Verfahren gegen die beiden anderen Angeklagten, Rainer Sawatzki und Mirko Heinzer werden vermutlich gegen Auflagen eingestellt, da sie vermutlich ebenfalls nur als Strohmänner agiert haben. Das Augenmerk richtet sich damit dann auf die als Hauptangeklagten Herren Heiko Ancker, Dirk von Wildenradt und Norman Worgall. Interessant sind in dem Zusammenhang die Kommentare zur Presseerklärung der Verteidiger von Heiko Hampfe.

19.02.10

Bewegung im Prozess gegen SMS-Chat-Betreiber

Zahl der Angeklagten könnte sich reduzieren

In einem überraschenden Vorstoß hat die mit dem Hauptverfahren wegen gewerbsmäßigen Bandenbetruges gegen mutmaßliche Verantwortliche des Firmenkomplexes um die Flensburger Firma MintNet GmbH befasste 6.Große Strafkammer des Landgerichts Kiel am 39. Verhandlungstag ihre Bereitschaft in Aussicht gestellt, die Verfahren gegen zwei wegen Beihilfe angeklagter sog. Strohmänner unter Auflagen einzustellen. Diesen werden Hilfeleistungen zum professionellen Be- und Vertrieb von moderierten SMS-Chat-Diensten vorgeworfen.

Am Ende eines langen, zum größten Teil mit Verlesungen von Urkunden verbrachten Prozesstages hatte der Vorsitzende der Kammer das Wort ergriffen, um den Prozessbeteiligten die “Erörterungen” des Gerichts hinsichtlich der Verfahren der insgesamt drei wegen Beihilfe zum gewerbsmäßigen Bandenbetrug angeklagten Rainer S., Heiko H. und Mirko H. mitzuteilen, die seit September 2009 im Saal 232 in zweiter Reihe hinter den drei wegen täterschaftlichen gewerbsmäßigen Bandenbetruges angeklagten Heiko A., Dirk von W. und Norman W. sitzen.

.....

... Konkret könne man zu den einzelnen Angeklagten folgende Einschätzungen abgeben:

Für den Angeklagten Heiko H. habe man Feststellungen treffen können, dass er als Geschäftsführer der Firmen Shiftworx GmbH, Mobile Entertainment GmbH, Global Entertainment GmbH und als Director der Micro SD 256 Ltd. fungierte, die möglicherweise in Zusammenhang mit mehreren Fällen von in der Anklage genannten Geschädigten gebracht werden können. Der Geschäftsbetrieb der Shiftworx GmbH sei aber nach bisheriger Erkenntnis in den nicht angeklagten Bereich sog. Abo-Dienstleistungen zu verorten. Zwar habe man zahlreiche Unterschriften in Augenschein nehmen können, die auf Heiko H. hindeuteten und Anzeichen dafür, dass an diesen auch Geld geflossen sei - Im Verhältnis zu den Tätigkeiten von mindestens drei im Zuge der Beweisaufnahme gehörten Zeugen aus dem Vertrieb und der Buchhaltung, deren Verfahren von der Staatsanwaltschaft eingestellt worden waren, könne dessen Schuld entsprechend gewürdigt nach Ansicht der Kammer ebenfalls zu einer Verfahrenseinstellung nach §153a StPO führen. Eine solche Einstellung sei gegen Auflagen “vorstellbar”, ohne dies von der Bedingung einer vorigen Sacheinlassung abhängig zu machen.

Der Angeklagte Rainer S. sei nach Feststellungen der Kammer aus der vorläufigen Aktenlage Director bzw. Shareholder von insgesamt 6 englischen sog. “Limiteds” (lt. Anklage: Sync Media Ltd., The New Media Ltd., High Level Media Ltd., OM Sytems Ltd., New Reseller Ltd. und Hosting Media Ltd.) gewesen, die alle “mit den hier angeklagten Fällen nichts zu tun” gehabt hätten. Nach den bisherigen Zeugenaussagen habe sich seine aktive Tätigkeit auf Hausmeisterdienste und das Leeren von Briefkästen der Firmengruppe beschränkt, obgleich er sich oft auf der Chefetage des MintNet-Firmensitzes aufgehalten habe. Auch hier sehe die Kammer zwar “keinen Freispruch am Horizont” aber auch hier die Möglichkeit einer Verfahrenseinstellung nach §153a StPO.

Für den wegen Beihilfe angeklagten Mirko H. sehe es nach Meinung der Kammer vorläufig noch anders aus. Er habe als Geschäftsführer der TMP Callcenter Services Nord fungiert, die Bezug zu zahlreichen Fällen der Anklage gehabt, zentrale Abteilungen des Fimenkomplexes, wie die Werbung beherbergt und selbst Chatter beschäftigt habe. Damit sei er also deutlich tatnäher gewesen, als die beiden anderen Angeklagten. ...

Quelle und vollständiger Bericht: NewsHQ - KIEL211vorab

Rückschlag für angeklagte SMS-Abzocker im Kieler Prozess

OLG Schleswig weist Haftbeschwerden im SMS-Chat-Prozess zurück

Die drei wegen gewerbsmäßigem Bandenbetrugs angeklagten, mutmaßlich Hauptverantwortlichen eines Firmengeflechts um die Flensburger MintNet GmbH zum professionellen Be- und Vertrieb von sog. SMS-Chat-Diensten, Heiko A., Norman W. und Dirk von W. bleiben auch nach fast 15 Monaten weiterhin in Untersuchungshaft. Wie am Mittwoch von Seiten der Verteidigung bestätigt wurde, hat das OLG Schleswig die von den Verteidigern der drei inhaftierten Hauptangeklagten erhobenen erweiterten Beschwerden gegen die Entscheidung des Landgerichts Kiel, die jeweilige Haftfortdauer anzuordnen, zurückgewiesen.

Der erkennende 2. Strafsenat des Oberlandesgerichtes sah trotz der Ausführungen der Rechtsanwälte weiterhin dringenden Tatverdacht und Fluchtgefahr. ...

.....

Da am gestrigen Verhandlungstag (Anmerkung: 16.02.2010) erstmals Namen von 83 Franchisenehmern bekannt wurden, die das Geschäftsmodell samt Chat-Software und Internetplattform zunächst von der MintNet GmbH, später von deren mutmaßlichen Satellitenfirmen TMP Callcenter Service Nord GmbH und MN Clearing GmbH in Lizenz erwarben und so eigene SMS-Chats betrieben, gehen die Verteidiger nunmehr von mindestens 100 weiteren Verhandlungstagen zusätzlich zu der bisherigen Terminierung in das Jahr 2011 hinein aus.

Quelle und vollständiger Bericht: NewsHQ - KIEL211vorab

18.09.09

Prozessauftakt in Kiel wegen SMS-Betrug

Ein Mammutverfahren, von dessen Ausgang wohl auch eine Signalwirkung erwartet wird, begann gestern vor dem Kieler Landgericht. Zahlreiche Medienvertreter waren zum Auftakt des Prozesses anwesend. Viele Zeitungen berichten über das Ereignis sowie über die Hintergründe, die letztendlich zu der Anklage gegen die Beschuldigten führten.

Es ist ein Prozess, der die üblichen Dimensionen im Kieler Landgericht sprengt. Sechs Angeklagte mit zwölf Verteidigern drängen sich am Morgen vor den Kameras im vollen Schwurgerichtssaal. Auch die Staatsanwaltschaft ist doppelt besetzt. Hier geht es um gewerbsmäßigen Bandenbetrug im ganz großen Stil. Mithilfe kostenpflichtiger Flirt-SMS sollen die 32 bis 59 Jahre alten Angeklagten bundesweit 700.000 Partnersuchende um 46 Millionen Euro geprellt haben.

Es dauert indessen anderthalb Stunden, bis die Staatsanwältinnen Frauke Jaeschke und Maya Schönfeld die Anklage verlesen dürfen: Die Verteidiger des Hauptangeklagten Dirk von W. (47), der als Alleingesellschafter „oberste Entscheidungsbefugnis“ beim Aufbau eines auf Betrug ausgerichteten Firmenkomplexes gehabt haben soll, lehnen das Gericht wegen Besorgnis der Befangenheit ab.

Nach kurzer Beratung ordnet der Vorsitzende Gunther Döhring die Fortsetzung der Hauptverhandlung an. Später folgen rund ein Dutzend weitere Anträge. Alle Rechtsanwälte rügen „eklatante Mängel der Anklage“ und haben das Ziel, den Prozess gar nicht erst ins Rollen kommen zu lassen. Zumindest für den ersten Verhandlungstag gelingt es ihnen.

.....

Das nach Verlesung der Anklage einsetzende Feuerwerk der Aussetzungsanträge, Rügen und Beschwerden wird zumeist von allen zwölf Rechtsanwälten getragen. Im Kreuzfeuer der Kritik steht die Staatsanwaltschaft. ...

Quelle und vollständinger Bericht: Kieler Nachrichten

28.08.09

Prozess gegen SMS-Betrüger beginnt

Sie sollen mit Flirt-SMS über teure Premium-Nummern eine Million Menschen betrogen und einen Schaden von 57 Millionen Euro verursacht haben: Vor zwei Wochen hat die Staatsanwaltschaft Kiel Anklage wegen gewerbsmäßigen Bandenbetrugs gegen zehn Chefs der Firmen "MintNet" (Flensburg) und "Mobile Solutions" (Kiel) erhoben (der sh:z berichtete).

.....

... Drei der "MintNet"-Chefs, Heiko A., Norman W. und Dirk von W., sitzen trotzdem in Untersuchungshaft. Dr. Michael Gubitz: "Von den Mandanten, die wir vertreten, hat keiner in den bisherigen Vernehmungen ein Schuldeingeständnis gemacht."

Und das wird vermutlich auch so bleiben. Der Prozess gegen sechs der zehn Beschuldigten beginnt am 17. September vor dem Kieler Landgericht.

Quelle und vollständiger Bericht: shz - Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag

15.07.09

MintNet: Ermittlungen wegen SMS-Betrugs kurz vor Abschluss

Bei der Aufarbeitung der betrügerischen SMS-Geisterchats im Flensburger Werftkontor ist die Staatsanwaltschaft offenbar auf die Zielgerade eingebogen. "Wir stehen kurz vor Abschluss unserer Ermittlungen", so Behördensprecher Uwe Wick.

Es geht ums virtuelle Treiben im verschachtelten Firmenimperium des Flensburgers Dirk W. - nach Überzeugung der Ermittler die zentrale Gestalt in einem Geschäftsmodell, das mehr oder minder arglose Telefonsex-Kunden für teures Geld mit billigen Lügengeschichten abspeiste. Hinter liebestollen Damen, die sich per Zufalls-SMS auf tausenden deutscher Handy meldeten, standen nach Erkenntnissen der Ermittler professionelle Animateure beiderlei Geschlechts. Ihr einziger Job bestand darin, um jeden Preis im falschen Spiel zu halten, wer auf die Lock-SMS angebissen hatte. Ein Bombengeschäft offenbar. Oberstaatsanwalt Wick schätzt die Schadenssumme, die zwei für das Flensburger Mintnet-Imperium freigestellte Kollegen zusammengetragen haben, auf mittlerweile gut 70 Millionen Euro! ....
... Sechs Akteure, die die Staatsanwaltschaft für maßgeblich hält, wanderten dieses Mal in Untersuchungshaft. Der Rest war Schweigen. Eine Firmenschachtel nach der anderen ging im Laufe der Monate in Insolvenz. Die Kripo hatte anscheinend die Richtigen erwischt.

Von Flensburg aus wurden die Ermittlungen bis nach Bayern ausgeweitet. Wick spricht von einem "Pilotprojekt". Niemals zuvor habe es eine so konzentrierte Aktion der Strafverfolgzungsbehörden gegen die oft in rechtlichen Grauzonen operierenden "Mehrwert-Dienstleister" gegeben. Ermittelt wird mittlerweile gegen 150 Beschuldigte bundesweit. Als Indiz dafür, wie kritisch die Lage ist, lässt sich die Fortdauer der Untersuchungshaft für jetzt noch drei Hauptverdächtige interpretieren. Anträge auf Haftverschonung wurden abgelehnt: Fluchtgefahr. Dirk W. unterhält ein schönes Anwesen auf Thailand, heißt es. Allemal besser, als eine langjährige Haftstrafe abzubrummen.

Quelle: Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag

20.10.08

Singleportale, Profile, Phantome, und digitalte Sklavenhaltung

Aufmerksam gemacht wurden wir wieder auf Singleportale des Flensburger Abzockimperiums, von dem die folgenden Webseiten mit teuren Geisterchats betrieben werden:

  • flirt-mit-herz.de - Max Utilities Ltd.
  • schmetterlinge24.com - MT United Services Ltd.

Die angeblich als eigenständige Betreiber auftretenden Firmen Max Utilities Ltd. und MT United Services Ltd. gehören zu dem Geflecht der (nach eigener Einschätzung) als Strukturdienstleister fungierenden Firma Mintnet GmbH und sind von ihr abhängig. Deren Gesellschafter Heiko Ancker und Dirk von Wildenradt sind die treibenden Kräfte. Sie versuchen sich nach Möglichkeit aus dem Tagesgeschäft herauszuhalten. Nach unseren Informationen delegieren Sie ihre Anweisungen und Anregungen an Norman Worgall, den Geschäftsführer der Mintnet GmbH. Den Anordnungen dieser drei Herren ist absolute Folge zu leisten, egal bei welchem Unternehmen dieses Firmengeflechts man beschäftigt ist. Das trifft auch für die als Geschäftsführer fungierenden Hausmeister (Rainer Sawatzki, siehe liebesdoktor.com), Fussbodenleger (Mirko Heinzer, siehe TMP Callcenter Service Nord GmbH) oder Ex-Frauen (Sabine Helbing, Ex des Herrn von Wildenradt. Beide sollen auch eine gemeinsame Tochter haben.) ausnahmslos zu.

Der eigentliche Zweck der Betreiber liegt ja nicht darin, verschiedenen Personen eine Plattform zum kennenlernen zu bieten. Vielmehr stecken dahinter knallharte wirtschaftliche Interessen. Die Kontakte werden über SMS-Premiumdienste generiert und so lange wie möglich aufrechterhalten. Immerhin wird einem Nutzer des Dienstes der Versand einer SMS i.d. R. mit 1,99 Euro in Rechnung gestellt. Durch intensive Nutzung dieser Premiumdienste sind Opfern dieser Abzocke auch schon mal Schäden in vierstelliger Höhe entstanden. Grund für uns, sich einmal mit der Technik zu befassen, mit der diese Gaunerei so effektiv betrieben wird. Dies beschränkt sich keineswegs auf das in Flensburg ansässige Firmengeflecht der Mintnet GmbH. Auch andere Firmen wie beispielsweise Server-Tel. Ltd. & Co. KG aus Hannover oder die in Kiel ansässige Mobile Solutions GmbH dürften diese (oder eine ähnliche) Technik einsetzen. Bei der Firma Mobile Solutions GmbH in Kiel wurde auch der weiter unten abgebildete Platinenblock gesehen.

Auf den Singlebörsen und Chatportalen der Betreiber sieht noch alles nach eitel Sonnenschein aus. Dort wird mit ansprechenden Fotos und Texten für die verschiedenen Profile (oder besser: Phantome) geworben.

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Jedes einzelne Profil ist zwar mit einer eigenen Handynummer ausgestattet. Dennoch handelt es sich um sehr bedauernswerte Kreaturen, Denn diese werden niemals die Chance erhalten das Licht der Sonne zu erblicken. Eingesperrt auf kleinstem Raum sind sie sind so etwas wie die digitalen Sklaven. Auf dem abgebildeten Platinenblock sind 120 Profile zusammengepfercht, die sich den knappen Raum teilen müssen.

Jede Werbemaßnahme für ein Profil kann über eine eigene Rufnummer abgewickelt werden. Das macht es erforderlich, dass eine große Anzahl SIM-Karten möglichst zeitnah ausgelesen werden können. Dafür benutzt man eine Art Wechselmaschine für Telefonkarten.

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Die eingesteckten SIM-Karten können nacheinander angesprochen und in die SIM-Fassung eines normalen Handys eingespeist werden. Dadurch wird der gleiche Effekt erzielt, als würde man die SIM-Karten schnell hintereinander auswechseln. Statt eines Handys wird das Ganze aber per Computer gesteuert und verarbeitet bzw. von den Rechnern an die anwesenden Animateure weitergeleitet.

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Kommandozentrale im Keller der Mobile Solutions GmbH

Diese Platinenblöcke sind mit einer Empfangseinheit gekoppelt, werden durch ein weiteres internes System ausgelesen und die empfangenen SMS dann direkt in die Animationsabteilungen weitergeleitet. Bei der Mobile Solution sind mehrere solcher Platinenblöcke im Einsatz. Dadurch können ein paar Hundert engehende SMS zeitnah beantwortet werden. Für die Beantwortung sind dann Animateure zuständig, denen dafür eine entsprechende Software zu Verfügung steht. Neben vielen anderen administrativen Einstellungen, ist es ebenfalls möglich, einem Profil eine Anzahl email-Adressen zuzuordnen. Diese werden u.a. auch dazu genutzt, für das jeweilige Profil Werbung per Spam zu senden.

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Unterstützen Sie nicht diese Form der digitalen Sklaverei durch die Zahlung von ungerechtfertigten Forderungen. Helfen Sie uns lieber bei unserem Engagement für die Befreiung der Profile aus ihren engen Gehäusen.

05.08.08

Veränderungen im Firmengeflecht der Mintnet GmbH

Bei Firmen, die sich unter dem Dach des Strukturdienstleisters Mintnet GmbH am Markt tummeln, sind wieder einmal diverse Änderungen zu notieren. Verbunden mit den Umstrukturierungen war auch das Auftauchen weiterer Abzockseiten wie beispielsweise:

  • was-ist-iq.com

Auf dieser Seite wird wieder einmal mit den Begriffen "gratis" und "kostenlos" für einen IQ-Test geworben.

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Auch im Header der Webseite findet man die Worte "gratis" und "kostenlos" in den, für die Suchmaschinen wichtigen, Meta-Tags sowie im Titel der Seite.

title: IQ-Test | IQ Test | Gratis Intelligenztest | Gedächtnis Training | Kostenloser Intelligenztest

name="description" content="Online IQ-Test Kostenloser Intelligenztest, Gratis Spiel & Spaß mit diesem Wissenstest - Steiger dein Gedächtnis"

name="keywords" content="IQ,IQ Test,IQ Testen, IQ-Test,Kostenloser IQ Test,Gratis IQ-Test,Mein IQ,Meine Intelligenz,Gedächtnistraining,Gedächtnis,Training,Intelligenztest,Wissen,Kostenloser IQ Test

Wenn man den Versprechungen glaubt und einen Test starten möchte, kann man sich einen der folgenden Tests aussuchen.

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Je nach Wahl wird man dann weitergeleitet zu der entsprechenden Abzockseite. Zur Auswahl stehen die folgenden Dienste:

Als Betreiber für die Seite was-ist-iq.com ist im Impressum die Firma Micro SD 256 Ltd. angegeben.

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Merkwürdigerweise findet man im whois der Domain was-ist-iq.com aber einen anderen Verantwortlichen.

domain:                      was-ist-iq.com
status:                      ACTIVE,TRANSFER-LOCK-60
owner-c:                     LULU-10160967
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[owner-c] fname:             Mirko
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[owner-c] org:               Mind Line Media Ltd
[owner-c] address:           5 Jupiter House, Calleva Park
[owner-c] city:              Aldermaston
[owner-c] pcode:             RG7 8NN
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[owner-c] state:             Unknown
[owner-c] phone:             +49-18036843034-3
[owner-c] fax:               +49-18036843034-3
[owner-c] email:             info@was-ist-iq.com

Hier ist bereits die neue Firma Mind Line Media Ltd. und ihr Geschäftsführer Mirko Heinzer eingetragen. Der Geschäftsführer Mirko Heinzer ist für Abzocke schon bekannt, denn er ist gleichzeitig auch Geschäftsführer der TMP Callcenter Service Nord GmbH. Der Firma TMP Callcenter Service Nord GmbH sind die anderen Firmen dieser Flensburger Abzockmafia untergeordnet, bei denen es sich überwiegend um Abofallen oder SMS-Premiumabzocke handelt. Lediglich die Mintnet GmbH steht in der Hierarchie noch weiter oben und deren Gesellschafter, Heiko Ancker und Dirk von Wildenradt, bestimmen die Geschicke des Imperiums. Den Anordnungen der Gesellschafter und des Geschäftsführers der Mintnet GmbH, Norman Worgall, haben auch die Geschäftsführer der untergeordneten Firmen Folge zu leisten.

Die Mind Line Media Ltd. betreibt ausserdem noch die kostenpflichtige Seite iq-turnier.com, Damit wird das betrügerische Geschäftsgebaren offensichtlich, denn es wird mit "gratis" und "kostenlos" geworben, um User auf einer teuren Abzockseite in die Falle zu locken. Für die Seite iq-turnier.com war zuvor die New Reseller Ltd. und Rainer Sawatzki verantwortlich waren. Anscheinend ist der Geschäftsführer der New Reseller Ltd. für den Strukturdienstleister Mintnet GmbH zum Problem geworden. Nach unseren Infomationen ist Herr Rainer Sawatzki nämlich auch als Hausmeister bei der Mintnet GmbH beschäftigt.

Diese offensichtliche Verquickung der Mintnet GmbH mit Abzockdiensten hat schon einmal das Aus für eine Geschäftsführerin bedeutet. Seinerzeit wurde Sabine Helbing (richtig ist Sabine Seewald, geb. Helbing) aus dem Verkehr gezogen. Seitdem hielt sie sich mit ihrer Tochter in Thailand auf. Da trifft es sich prima, dass ein Herr von Wildenradt als Teilhaber der Mintnet GmbH dort ein Ferienhaus hat. Praktisch auch für die Mintnet GmbH, denn dort kann man problemlos die aus dem Verkehr gezogenen Mitarbeiter vorübergehend beurlauben. Uns sollte es nicht wundern, wenn dem Rainer Sawatzki das gleich Schicksal droht. Die Anzeichen deuten jedefalls darauf hin, da die New Reseller Ltd. nun zur Mind Line Media Ltd. mutiert ist. Zur Zeit ist der Hausmeister der Mintnet GmbH, Rainer Sawatzki, nur noch als Director der SD Memory Ltd. im britischen Handelsregister eingetragen.

Möglicherweise geniesst Sabine Helbing bzw. Sabine Seewald auch eine besondere Behandlung, weil sie aus dem gleichen Ort kommt wie der Teilhaber der Mintnet GmbH, Dirk von Wildenradt.

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Ob Frau Seewald, geb. Helbing, dafür im Gegenzug auf Thailand als Au-Pair eine Beschäftigung hat, ist unerheblich. Anbieten würde sich diese Gelegenheit aber schon deshalb, weil Dirk von Wildenradt nebenbei auch noch einen Au-Pair-Service betreibt.

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Über die Firma Mind Line Media Ltd. gibt es auch bei ABZocknews.de einen interessanten Beitrag.