02.02.12

Hacker sorgten für massenhafte Betrügereien

Mehr als 30.000 Euro Schaden soll eine Bande angerichtet haben, die im Internet nicht existierende Ware verkauft hat. Und dieser von der Staatsanwaltschaft angenommene Schaden ist laut Anklage nur "die absolute Spitze des Eisbergs". Wie Gerichtssprecher Phillipp Prietze mitteilte, werden sich demnächst vier Männer unter anderem wegen bandenmäßigen Betruges, Urkundenfälschung und Computerbetrugs vor dem Landgericht verantworten müssen.

In der seitenlangen Anklage werden 524 Einzelfälle aufgeführt. Kopf der Gruppe soll ein 24 Jahre alter Bonner sein. Er hat laut Anklage gemeinsam mit einem 33-Jährigen aus Essen zehn Anbieterkonten eines Internetauktionshauses geknackt. ...

Dass diese Betrügereien überhaupt aufgeklärt werden konnten, scheint zu großen Teilen Kommissar Zufall zu verdanken zu sein. Gegen den 24 Jahre alten Bonner wurde zunächst allein wegen des Betrugsverdachts im Zusammenhang mit dem Missbrauch von Telekom-Kundendaten ermittelt ...

Quelle und vollständiger Bericht: General Anzeiger

Vorsicht: Betrugsmasche per Nachnahmebrief

Kripo und Staatsanwaltschaft Frankenthal bearbeiten derzeit mehrere Strafanzeigen, bei denen es im Zusammenhang mit Nachnahmebriefsendungen den Verdacht von Abonnement-Betrugshandlungen gibt.

Hintergrund der Masche ist es, dass sich eine bislang noch unbekannte Frau mit Telefonanrufen bei vorwiegend älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern meldet und auf angeblich ausstehende Spielschulden hinweist. Diese nicht näher konkretisierten Spielschulden „sollten durch die Staatsanwaltschaft eingetrieben“ werden. Die Unbekannte offeriert in dem Telefonat ein Ablösungsangebot, das der oder die Angerufenen durch eine Nachnahmesendung erhalten sollen. Dieser Nachnahmebrief soll dann von den Angerufenen bei der jeweiligen Postfiliale zu einem Nachnahmebetrag in Höhe von 85,- € abgeholt werden. Die negative Erfahrung zeigt, dass die Seniorinnen oder Senioren dann auf einen Abo-Betrug hereingefallen sind und durch die Auslösung der Nachnahme dann einen Gewinnspielvertrag bestätigt/abgeschlossen haben.

Quelle: Polizeidirektion Ludwigshafen

Rentnerin durchschaute Betrugsversuch

Die Seniorin hatte es mit einem besonders hartnäckigen Ganoven zu tun. Der rief sie wiederholt am Montag zwischen 11 und 16.35 Uhr per Telefon an. Dabei teilte der Anrufer der Frau mit, dass sie einen Gewinn von 49000 Euro erhalten habe und dieser auch gleich in bar an sie ausgezahlt werden würde.

Der Trick: Damit die notwendigen Formalitäten im Vorfeld geklärt werden könnten, sei aber eine Bareinzahlung von 520 Euro per Money-Transfer nötig, erklärte der Anrufer. Sobald die Einzahlung erfolgt sei, würde ihr dann der Gewinn persönlich um 16 Uhr zu Hause vorbeigebracht werden.

Da die Seniorin die Einzahlung nicht tätigte, wurde diese von dem unbekannten Anrufer noch mehrmals kontaktiert. Die Frau konnte aber den Verlockungen dieser Gewinnmitteilung widerstehen und so entstand ihr kein finanzieller Schaden. Die ersten Recherchen bezüglich der angezeigten Rufnummer ergab, dass diese für einen Anschluss in der Türkei ausgegeben wurde. ...

Quelle und vollständiger Bericht: Mittelbayerische

Polizei warnt vor neuer Betrugsmasche "Mastercard"

Seit Mitte Januar melden sich vermehrt Bürgerinnen und Bürger bei der Polizei und weisen auf eine neue Betrugsmasche hin. "Per Mailversand versuchen die Betrüger an die persönlichen Daten für die Mastercard der Betroffenen zu kommen", erklärt Gabriela Mielke, Polizeipressesprecherin. In den meisten Fällen handelten die Betroffenen richtig und haben die Mail einfach gelöscht.

Jetzt hat eine Drakenburgerin Anzeige erstattet, weil sie Opfer dieser Betrugsmasche geworden ist. In einer Mail mit dem Absender info@master-card-security.com wurde sie zwecks Verifizierung ihrer Mastercard aufgefordert einem Link zu folgen und hier ihre persönlichen Daten anzugeben. Da die 65-Jährige gerade erst eine neue Mastercard bekommen hatte, gab sie die Daten arglos ein. Ein paar Tage später hatten die Betrüger das Konto ihres Opfers um 2600 Euro erleichtert.

Die Täter entwickeln immer wieder neue Vorgehensweisen, um betrügerisch an Kartendaten und persönliche Geheimzahlen zu kommen. "Wir warnen vor solchen gefälschten Internetmails, die angeblich von Sicherheitsabteilungen der Kreditinstitute stammen und den Empfänger unter einem Vorwand auffordern, persönliche Daten auf einer Website einzugeben", so die Pressesprecherin mit dem abschließenden Rat, solche Mails zu löschen, auf keinen Fall persönliche Daten preiszugeben, sondern das Kreditinstitut des Vertrauens oder die Polizei aufzusuchen.

Quelle: Polizeiinspektion Nienburg/Schaumburg

Gewinnspielabzocke: Tankgutschein gegen Abo

Oktober 2011: Bei Frank Bartels aus Mönchengladbach klingelt das Telefon. Das Display zeigt eine unbekannte Nummer. Frank Bartels nahm den Hörer ab: „"Da wurde mir dargelegt, dass ich einen Tankgutschein gewonnen hätte aufgrund eines Zeitungsabonnements. Ich sollte dann im Anschluss sofort eine kostenlose 0800-Nummer wählen, damit dieser Tankgutschein mir zugestellt werden kann."“

Die Sache erschien Frank Bartels seriös: Der Tankgutschein sollte von Aral sein, also einem bekannten Unternehmen, ein Zeitungsabo hat er auch und die Rückrufnummer war kostenfrei. Also rief er zurück – und hörte eine Bandansage. Tatsächlich flatterte zwei Wochen später ein Tankgutschein ins Haus. Doch mit der nächsten Telefonrechnung kam auch eine böse Überraschung: Die Firma „mr.next id“ verlangt 29,70 Euro für sogenannte Mehrwertdienste. Was Frank Bartels nämlich nicht wusste: Durch seinen Rückruf bei der kostenlosen Nummer hatte er ein kostenpflichtiges Abo für Gewinnspiele gebucht.

Wir gehen der Sache nach und fahren zunächst nach Bonn zur Firma mr.next id. Sie taucht als Anbieter auf der Telefonrechnung von Frank Bartels auf. Ein Interview gibt man uns nicht, aber eine schriftliche Stellungnahme. Darin stellt die Firma klar, man sei lediglich ein technischer Dienstleister, stelle nur Rufnummern bereit und mache die Abrechnung bei den neuen Gewinnspielkunden. Der Auftrag komme von einer anderen Firma, die am Ende auch das Geld bekomme. Dabei handelt es sich um die Captura GmbH mit Sitz in Österreich.

Im Internet finden wir zahlreiche Hinweise, dass die Captura GmbH offenbar häufiger mit dubiosen Gewinnspielen in Verbindung gebracht wird. Von der Staatsanwaltschaft Düsseldorf erfahren wir, dass gegen den deutschen Geschäftsführer Frank R. wegen Betrugs ermittelt wird. ...

In der Zwischenzeit erhärtet sich unser Verdacht, dass es wir es mit einem weit verzweigten Firmennetz zu tun haben. Ein Beispiel: Das Postfach, das die Captura GmbH als Antwortadresse für die verschickten Tankgutscheine angibt, wird offenbar von über 40 anderen Firmen ebenfalls als Kontaktadresse genutzt, obwohl sie ihren Sitz zum Teil im Ausland haben. Darunter sind klangvolle Namen wie „Telemillions“, „Gewinner-Zeit“ oder „Sofortgewinn49“. Seit wenigen Wochen ist Captura Geschäftsführer Frank R. auch Inhaber der Firma „Teleservice GmbH“ in Düsseldorf. ...

... Die Bundesnetzagentur hat ... ein Inkassierungs- und Rechnungslegungsverbot ausgesprochen, weil damit die Zahlungsflüsse unterbunden werden. Das bedeutet konkret: Die Captura GmbH darf den Betroffenen keine Posten mehr auf die Telefonrechnung setzen lassen. Wurde das Geld schon abgebucht, muss es zurückerstattet werden. ...

Quelle und vollständiger Bericht mit Video: WDR - Markt