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24.06.11

test warnt vor dubiosen Inkassoforderungen

Drohen, erschrecken, Angst einjagen – und quasi als Lösegeld niedrige Beträge kassieren: Diese Masche wird zunehmend zur Landplage. Inkassobüros verschicken bundesweit böse Briefe. So will zum Beispiel Sauer & Söhne eiligst 162,98 Euro eintreiben, für welche Leistungen wird aber nicht gesagt.

Manche Verbraucher bekommen solche Drohbriefe gleich mehrfach: Epsilon Inkasso will 116,45 Euro für eine „Fa. Automobilservice“, Czech Media 90 Euro für einen Telefonservice, Media Inkasso 107,90 Euro für Gewinnspiele: Es gibt Dutzende Inkassofirmen, die auf gleiche Weise Geld verlangen, oft mit „Rechtsanwalt und Inkasso“ im Briefkopf. Gern drohen sie mit Gericht, Anwalt, Zwangsvollstreckung, eidesstattlicher Versicherung, Schufa-Eintrag.

Ein Aktenzeichen soll Seriosität vortäuschen. Doch teils trugen alle Fälle, mit denen Betroffene sich an die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen wandten, identische Vorgangs- oder Kundennummern. Oder es fehlen gesetzlich vorgeschriebene Angaben wie das Registergericht oder die Nummer des Handelsregistereintrags.

Tipp: Wer sicher ist, dass die Forderung gegenstandslos ist, sollte nicht zahlen ...

Quelle: Stiftung Warentest

23.03.11

Briefe von Epsilon GmbH einfach ignorieren

Fragwürdige Post von einer „Epsilon GmbH Forderungsmanagement“ mit Sitz in Hannover erhalten derzeit etliche Verbraucherinnen und Verbraucher in Rheinland-Pfalz. In dem Brief heißt es: „Wir sind beauftragt, die offene Forderung der Fa. Automobilservice Deutschland GmbH gegen Sie durchzusetzen.“ Die Höhe der Forderung beläuft sich auf 79,95 Euro zuzüglich Inkassokosten, insgesamt 116,45 Euro. Die Angeschriebenen sollen am „Bonusprogramm ASD Card“ der Firma teilgenommen und die fällige Vergütung dafür nicht bezahlt haben.

„Die Epsilon GmbH ist weder als Inkassodienstleister zugelassen, noch überhaupt im Handelsregister verzeichnet,“ so Carmen Gahmig von der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. Die eigentlich unverzichtbare Angabe von Sitz und Adresse der Automobilservice GmbH als Forderungsinhaber hat sich die Epsilon GmbH gleich ganz erspart. Ebenso fehlen Informationen zur Fälligkeit der angeblichen Forderung. „Den Anschein von Seriosität soll wohl die Angabe eines Aktenzeichens auf dem Schreiben wecken“, so Gahmig. Wer die im Schreiben angegebenen Telefonnummer anwählt, erhält nur den Hinweis „Kein Anschluss unter dieser Nummer“.

„Betroffene sollten die geforderte Summe nicht bezahlen und sich nicht durch die Androhung von Mahnbescheid oder Zwangsvollstreckung einschüchtern lassen“, rät Gahmig. „Erst wenn sich ein Inkassodienst oder ein Rechtsanwalt mit der Durchsetzung der angeblichen Forderung melden sollte, ist es notwendig, das Bestehen der Forderung einmalig schriftlich zurückzuweisen“.

Die Verbraucherzentrale hat beim für Inkassodienstleistungen zuständigen Amtsgericht Hannover in Erfahrung gebracht, dass es sich bei der Anschrift um die eines Office-Centers handelt, das befristet Büros bzw. Bürodienstleistungen anbietet. Nach Auskunft dieser Firma ist eine Epsilon GmbH dort nicht bekannt. Die Firmierung/Adresse ist daher offenbar fiktiv. Der Vorgang wurde seitens des Gerichts an die Staatsanwaltschaft Hannover abgegeben. Geschädigte sollten sich daher direkt an die Staatsanwaltschaft Hannover wenden.

Quelle: Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz