26.11.09

Produkttester von Phantom-Firma gesucht

Schon seit Beginn der Internet-Abzocke, hat die Nutzlosbranche immer wieder versucht ihre Opfer als Produkttester zu werben. Obwohl vor dieser Masche hinreichend gewarnt wurde und sie demnach bekannt sein müsste, hoffen ein paar Nachwuchsabzocker trotzdem mit dieser Methode an das schnelle Geld zu kommen. Der Kundenfang erfolgt über die folgende Domain:

  • produkttester24.de

Wer sich nach dem Aufruf der Seite einmal die Mühe macht und die AGB unter die Lupe nimmt wird eine Menge nichtssagender Formulierungen finden. So ist fraglich, ob ein Nutzer des Dienstes überhaupt etwas zum Testen erhält. Das ist ohnehin nur nebensächlich. Im Wesentlichen geht es um das Kassieren der Gebühren.

4.) Was kostet die Teilnahme an Produkttester24.de?
Für diese Leistung, die Ihnen den Zugang zu unserem Verbraucherprogramm ermöglicht, erheben wir eine kleine Teilnahmepauschale in Höhe von nur 8,50 Euro im Monat bei einer Laufzeit von 24 Monaten also 102,00 Euro im Jahr.

Damit auch sichergestellt werden kann dass die Abzocke ohne großen Widerspruch läuft und die Gelder fließen, werden zusätzlich die Kontodaten abgefragt.

14.) Wozu brauchen Sie meine Kontodaten?
Für Ihre Teilnahme am Lastschriftverfahren. Sie brauchen sich um nichts zu kümmern. Ihre Teilnahmepauschale wird ganz bequem einmalig für den jeweiligen Teilnahmezeitraum von Ihrem Konto eingezogen.

Liest man in den AGB aufmerksam weiter, dann findet man dort auch einen Passus über die Weitergabe der Daten für Werbezwecke. Offensichtlich geht es dem Betreiber auch um Datenhandel, denn damit lässt sich ebenfalls einiges an Profit erzielen. Und für Datensätze mit Kontodaten lassen sich höhere Preise erzielen.
Wer steckt denn nun hinter dieser dreisten Masche? Laut impressum soll das eine Firma EIMFVA GbR sein. Die Bezeichnung EIMFVA ist eine Abkürzung für Europäisches Institut für Marktforschung und Verbraucheranalysen.

Niederlassung der Gesellschaft:
EIMFVA GbR
Augustinerstr. 12
D-97070 Würzburg

Ob die Angabe der Gesellschaftsform korrekt ist? Zweifel sind angebracht. In verschiedenen Jobbörsen wurden Anzeigen zum Kundenfang geschaltet, in denen der Verantwortliche eine andere Gesellschaftsform angegeben hatte.

Hier soll es dann auf einmal eine EIMFVA GmbH sein. Dies ist definitiv falsch, denn im Handelsregister ist bis dato ein entsprechender Eintrag nicht vorhanden. Auf der Suche nach einem Verantwortlichen für diese Abzocke lohnt sich dann ein Blick in das whois der Domain produkttester24.de.

Als Verantwortlicher wird hier Björn Schlachter genannt. Schauen wir uns doch mal an, was sonst noch auf dem Server von produkttester24.de zu finden ist. Dort liegen noch weitere Domains von Björn Schlachter, wie beispielsweise e-mexx.net.

domain:          e-mexx.net
nserver:         ns5.kasserver.com
nserver:         ns6.kasserver.com
created:         2009-11-16
updated:         0000-00-00
expire:          2010-11-16
  
owner-id:        BS553178
owner-org:       
owner-name:      Bjoern Schlachter
owner-address:   Brunostrasse 11c
owner-pcode:     97082
owner-city:      Wuerzburg

Bei der Seite e-mexx.net handelt es sich wohl um eine Firmendomain der e-mexx GbR. Dort wird Martin Jaworski als weiterer Verantwortlicher genannt. Sowohl Martin Jaworski als auch die e-mexx GbR findet man noch im whois der Domain gewinnspiel-club.com.

domain:          gewinnspiel-club.com
nserver:         ns5.kasserver.com
nserver:         ns6.kasserver.com
created:         2009-03-26
updated:         0000-00-00
expire:          2010-03-26
  
owner-id:        MJ506734
owner-org:       e-mexx GbR
owner-name:      Martin Jaworski
owner-address:   Stichelweg 11
owner-pcode:     97877
owner-city:      Wertheim
owner-country:   DE

Die Seite gewinnspiel-club.com ist nichts anderes als ein nutzloser Gewinnspiel-Eintragsdienst. Von einer Anmeldung bei gewinnspiel-club.com kann nur abgeraten werden, denn Gewinner ist wohl nur der Betreiber eines solchen Portals. Ob ein "Kunde" überhaupt irgenwo eingetragen wird bzw. eingetragen werden kann, lässt sich nicht überprüfen. Trotzdem werden die Betroffenen für diese mehr als fragwürdige Leistung zur Kasse gebeten. Im Fall von gewinnspiel-club.com gleichen die Bedingungen der AGB mit denen von produkttester24.de.

Nach erfolgreicher Anmeldung ist der Teilnehmer verpflichtet, dem Dienstleister die für die Teilnahme an Gewinnspiel-Club.com anfallende Vergütung in Höhe von 8,50 Euro pro Monat zu zahlen (inklusive der gesetzlichen Mehrwertsteuer). Die Zahlung der Teilnahmegebühr kann per Überweisung, Paypal oder per Bankeinzugsverfahren erfolgen. Bei Überweisung hat der Teilnehmer den Mitspielbeitrag in Höhe von 102,- Euro für 12 Monate Teilnahme an Gewinnspiel-Club.com im Voraus auf das Konto der Jaworski & Schlachter GbR zu überweisen.

Der angegebene Jahresbetrag ist auch hier nur die erste Hälfte, denn die Laufzeit beträgt zwei Jahre.

Die Mindestvertragslaufzeit bei Gewinnspiel-Club.com beträgt 24 Monate.

Auffallend an den Aktivitäten der Herren Martin Jaworski und Björn Schlachter sind die vielen unterschiedlichen Adressangaben. Auch bei den Bezeichnungen für die Gesellschaftsformen wird getrickst. Kein Wunder, denn offensichtlich sind einige Firmierungen reine Phantasiefirmen. So findet man auf der Seite Gewinnspiel-Club.com merkwürdigerweise drei verschiedene Angaben zum Firmennamen.

  • am Fuss der Seite - e-mexx IT-Solutions
  • im Impressum und AGB - Jaworski & Schlachter GbR
  • auf der Seite Anmeldung - Ja, ich spiele zu den Teilnahmebedingungen der e-mexx GbR für Gewinnspiel-Club.com mit und ...

Die Masche mit gefälschten Firmen und Adressen treibt Björn Schlachter schon seit längerem. So findet man im Impressum der Seite vielgeldverdienen.net die Angabe einer nicht existenten Timestar Media Group. Selbst Google hat "Keine Ergebnisse für "timestar media group" gefunden". Im Impressum eines älteren Projekts von Björn Schlachter taucht dann mal eine Anschrift aus Triefenstein auf. Ebenso bei einem inzwischen eingestellten Dienst, der unter der Firmierung Libizz Webdesign betrieben wurde.

25.11.09

Bundeskriminalamt geht gegen Internet-Kriminelle vor

Schlag gegen „Underground Economy“

Mit einer großangelegten Durchsuchungsaktion im Auftrag der Staatsanwaltschaft Bonn sind das Bundeskriminalamt und Polizeien der Länder am 24.11.2009 gegen Internetbetrüger vorgegangen.

Mehr als 200 Polizeibeamte durchsuchten in den Nachmittags- und Abendstunden 46 Wohnungen im gesamten Bundesgebiet. Zusätzlich wurden durch Polizeikräfte in Österreich vier weitere Objekte durchsucht. Drei Personen wurden vorläufig festgenommen, ein österreichischer Staatsbürger wurde in Untersuchungshaft genommen.

Den Beschuldigten wird vorgeworfen, als Verantwortliche und Mitglieder eines Internetforums zahlreiche Hackingstraftaten und Computerbetrügereien begangen zu haben. Das Forum, dessen Mitglieder sich selbst als „Elite-Crew“ bezeichnen, diente u.a. als Plattform für den Austausch und Handel mit illegal erlangten Zugangsdaten, Kreditkartendaten, Kontodaten und Schadsoftware sowie Anleitungen für Dokumentenfälschungen und die Begehung von Betrugsstraftaten.

Bei den mehr als ein Jahr dauernden Ermittlungen ist es dem Bundeskriminalamt gelungen, tief in die deutschsprachige Szene der so genannten „Underground Economy“ vorzudringen und zahlreiche der unter Pseudonym (Nickname) hochprofessionell agierenden 15- bis 26-jährigen Straftäter zu identifizieren.

Die Wohn- bzw. Arbeitsräume von insgesamt 50 Personen wurden durchsucht und dabei zahlreiche Computer, Datenträger sowie betrügerisch erlangte hochwertige Waren sichergestellt.

Der Administrator des Internetforums hat u.a. ein Botnetz1 mit über einhunderttausend infizierten Rechnern betrieben. Er wurde in Österreich aufgrund eines Haftbefehls festgenommen.

Jörg Ziercke, Präsident des Bundeskriminalamtes:

„Mit dieser Durchsuchungsaktion gelang dem Bundeskriminalamt und den Polizeidienststellen der Länder erstmalig ein bedeutsamer Schlag gegen die deutschsprachige kriminelle „Underground Economy“. Ich erwarte, dass sich aus den sichergestellten Daten Hinweise auf zahlreiche weitere Straftäter ergeben. Wir beobachten, dass sich diese Art von Cybercrime-Straftaten zu einem lukrativen und vermeintlich sicheren Geschäft für Straftäter entwickeln. So sind der Einsatz von Trojanern und die illegale Nutzung von Kreditkartendaten durch die Internetforen so einfach wie nie zuvor geworden. Diese so genannten Carding-Straftaten sind auf dem besten Weg, zum „Ladendiebstahl des 21. Jahrhunderts“ zu werden. Die Durchsuchungsaktion des Bundeskriminalamtes und der Länderpolizeien verdeutlicht einmal mehr, dass die vermeintliche Anonymität im Internet keinen Schutz vor Strafverfolgung bietet. Sie zeigt: Das Internet ist kein verfolgungsfreier Raum.“

Zur Pressemitteilung des: bundeskriminalamt.de

24.11.09

Update zu verena18.com der Black Lotus

Bereits vor dem Wochenende erreichte die Redaktion eine email aus dem geschäftsführenden Postfach der Black Lotus UG. So darf das auf Grund der ungewöhnlichen Signatur wohl gedeutet werden. Hintergrund der Kontaktaufnahme seitens der Black Lotus UG war eine Aufforderung zur Löschung des Beitrags über verena18.com wegen angeblich falscher Behauptungen. Nach einer angemessenen Antwort der Redaktion hat sich die Geschäftsführung der Black Lotus UG bislang nicht wieder gemeldet.

Zum Update des Beitrags: Erotische Abzocke bei verena18 der Firma Black Lotus

23.11.09

Handelsagentur versucht Teilnehmer nach Kaffeefahrt abzuzocken

In einer Pressemitteilung warnt die Verbraucherzentrale Sachsen vor der unseriösen Handelsagentur der Brüder W. & D. Rode. Teilnehmer von Kaffeefahrten sollen durch unberechtigte Rechnungen per Post ein weiteres Mal abgezockt werden.

Vornehmlich ältere Verbraucher, die im Jahr 2007 an einer Kaffeefahrt oder Werbeverkaufsveranstaltung teilgenommen hatten, erhalten gegenwärtig von einer "Handelsagentur Brüder W. & D. Rode" mit Sitz in Goldenstedt Rechnungen über 47,60 Euro. Dieser Betrag würde fällig, weil bei der Auslieferung von Gesundheitsartikeln am Auslieferungstag der Transportaufwand versehentlich nicht berechnet worden sei. Deshalb erlaube sich die Handelsagentur, diese – Zitat: "Regulärkosten in nicht verjährter Zeit hiermit nachzuberechnen".

"Ein erneuter Fall groß angelegter Abzocke", mutmaßt Bettina Dittrich, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen und ergänzt: "Besonders perfide bei diesen Rechnungen ist, dass durch die Gewährung eines Skontoabzuges in Höhe von 3,00 Euro auf einen schnellen Ausgleich der Forderungen gedrungen wird. "Wir wissen, dass gleiche Beschwerden schon in anderen Bundesländern aufgetreten sind und empfehlen Verbrauchern, die Rechnungen nicht zu zahlen, da hierfür kein Rechtsgrund ersichtlich ist."

Die Masche ist nicht neu. Mit einem vergleichsweise geringen Betrag unter 50 Euro versucht man, quasi im Massengeschäft, Geldbeträge einzusammeln und erhofft sich, dass gerade betagte Bürger sich nicht wehren. "Es ist erschreckend", so Dittrich, "dass täglich neue derartige Maschen auftauchen und erinnert in diesem Zusammenhang daran, dass ganz aktuell Gauner mit gefälschten Mahnschreiben der GEZ versuchen, angeblich überfällige Forderungen der GEZ in Höhe von reichlich 70 Euro einzutreiben.

Wir empfehlen allen Verbrauchern, die Zweifel an der Rechtmäßigkeit einer Forderung haben, nicht vorschnell zu zahlen, die Rechnung zu prüfen bzw. prüfen zu lassen und bei dem Verdacht eines Betruges auch Anzeige zu erstatten.

Quelle: Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

Abzocke mit Fabrikverkauf diesmal von iNet Online GbR

Normalerweise sollte man davon ausgehen können, dass die Abzockmasche mit angeblichen Fabrikverkäufen durch die negative Berichterstattung über einen längeren Zeitraum schon bekannt ist. Zudem wurden erst vor wenigen Wochen die Betreiber des damaligen Webangebots fabrik-einkauf.com wegen Betrugs zu Bewährungsstrafen verurteilt. Das hält vermeintliche Trittbrettfahrer aber nicht davon ab diese Masche weiterhin auf Kundenfang zu gehen. Derzeit sind von einer iNet Online GbR die folgenden Seiten aktiv:

  • Lieferantenkontakte.com
  • Deutscher-Fabrikverkauf.de
  • Restpostenfirma.de
  • der-restposten-blog.de
  • restposten-kleinanzeigen.de
  • restposten-grosshandel.com
  • grosshandel-import.de

Wie schon bei den zuvor bekanntgewordenen Portalen, handelt es sich hier ebenfalls wieder um eine Kostenfalle. Auf der Startseite fehlt ein Kostenhinweis völlig. Erst in den AGB sowie auf der Anmeldeseite wird im Kleingedruckten des Fließtextes ein Preis genannt.

Vertragslaufzeit, Vergütung, Anpassung der Vergütung

Der Vertrag wird über einen Bezugszeitraum von 12 Monaten (Mindestvertragslaufzeit) geschlossen.

Der Nutzer verpflichtet sich, der Anbieterin monatlich einen Betrag in Höhe von 7,00 Euro für die Verschaffung des Zugangs zum Kundenbereich zu zahlen.

Die geschuldete Vergütung ist dem Nutzer für die Dauer von zwölf Monaten im Voraus zu berechnen.

Egal welche der oben genannten Webseiten aufgerufen werden, es wird immer der gleiche Inhalt angezeigt. Mit dem Logo von Deutscher Fabrikverkauf. In den meisten Fällen wird nach dem Aufruf einer Seite nur auf den eigentlichen Inhalt weitergeleitet. Auch werden das Impressum sowie die Anschriften nur als Grafiken angezeigt.

Der Geschäftsführer Daniel Popp ist auch schon mit Lockvogelseiten für Abzockportale aufgefallen. Beispielsweise für die Firma Online-Download Ltd., wie man bei Abzocknews.blogspot.com nachlesen kann. Aber Daniel Popp hat auch selber Downbloadseiten zur Abzocke betrieben. Für die Domains extreme-downloads.net und vorlagenarchiv.net zeichnete die, mit seinem Compagnon Pascal Zieglmeier geführte, Firma P & P Webmedia verantwortlich.

Domain:          extreme-downloads.net
nserver:         ns5.kasserver.com
nserver:         ns6.kasserver.com
created:         2007-10-04
updated:         2009-07-14
expire:          2009-10-04
  
owner-id:        DP522499
owner-org:       PP Webmedia
owner-name:      Daniel Popp
owner-address:   Bremerstr. 35
owner-pcode:     21255
owner-city:      Wistedt
owner-country:   DE

In seinem Profil bei dem Portal Xing gibt es von Daniel Popp noch einen Hinweis auf eine weitere Firma. Auch die Retimex Popp & Zieglmeier GbR gehört demnach zu den Unternehmen des Daniel Popp und seines Partners Pascal Zieglmeier, welche durch ihr unseriöses Geschäftsgebaren auffallen. Die Firmenhomepage der Firma Retimex Popp & Zieglmeier GbR ist zu erreichen über die URL:

  • retimex.com

Beim Aufruf der Domain retimex.com wird momentan der Inhalt von deutscher-fabrikverkauf.de angezeigt wie bei allen anderen zuvor erwähnten der Seiten. Wer von dieser Abzocke betroffen ist und mit unberechtigte Rechnungen oder Mahnungen belästigt wird, sollte sich einfach an die Tipps der Verbraucherzentrale halten.

  • Zahlen Sie nicht!
  • Bleiben Sie stur!
  • Lassen Sie sich nicht von Inkasso- oder Anwaltsbriefen unter Druck setzen!