06.11.09

Warnung: für Erneuerung unterirdischer Rohrsysteme nicht zahlen

In einer Pressemitteilung warnt die Verbraucherzentrale Sachsen vor einer neuen betrügerischen Abzocke.

Pauschalierte Kostenbeteiligung für Erneuerung unterirdischer Rohrsysteme nicht zahlen

Verbraucher in Sachsen erhalten derzeit Rechnungen eines Bundesverbandes für Leitungs- und Rohrerneuerungen, mit denen sie für die Erneuerung städtischer Rohrsysteme im Zeitraum August bis Oktober 2009 47,54 Euro zahlen sollen. Beigefügt ist ein Überweisungsträger. Die Rechnung soll durch die Verwendung des Bundesadlers im Kopf einen besonders offiziellen Eindruck erwecken.

"Es gibt weder einen Bundesverband für Leitungs- und Rohrerneuerungen", so Bettina Dittrich, Rechtsexpertin der Verbraucherzentrale Sachsen, "noch einen anderen Gläubiger in der Mollstraße 4 in Berlin, dem angeblichen Sitz dieses Verbandes, der Anspruch auf Zahlung dieser Rechnungsbeträge hat." Unter der angegebenen Telefonnummer in Berlin ist kein Anschluss zu erreichen.
Es handelt sich schlicht und einfach um eine plumpe Abzockmasche, so dass insbesondere ältere Verbraucher, die gutgläubig den Betrag an die Norisbank überweisen wollen, gewarnt werden sollten, um das Geld nicht zu verlieren. Bei dem unter 50 Euro liegenden Betrag handelt es sich um eine Summe, bei der man wohl davon ausgeht, dass viele im Vertrauen auf die Berechtigung der Forderung zahlen.

"Wir haben uns an die Norisbank gewandt, um zu verhindern, dass schon gezahlte Rechnungsbeträge an die Abzocker fließen", so Dittrich.

Quelle: Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Sachsen

Stern TV zeigt "Wie Verbraucher abgezockt werden"

Sie locken Internetnutzer mit Gratis-Downloads, doch dann verschicken sie Rechnungen mit hohen Forderungen: Abzocker im Internet. stern TV zeigt, wie unseriöse Firmen hunderttausenden Surfern das Geld aus der Tasche ziehen - und was dagegen getan wird.

Quelle incl. Video: Stern TV

05.11.09

Durch Pleite der Inqnet kommt Gamelabs ins Spiel

Schon im letzten Monat wurde darauf hingewiesen, dass Brian Corvers statt bei Inqnet nun bei Gamelabs aktiv ist. In dem Beitrag hiess es einleitend:

Seit Mitte des Jahres ist Brian Corvers nicht mehr in Diensten der Herren Fritzmann. Dort war Brian Corvers zuletzt in Valentin Fritzmanns Firma InQnet Games-Tec GmbH beschäftigt. Mit Spielen hat aber auch die neue Tätigkeit zu tun. Jedenfalls dem Namen nach, denn die jetzige Firma ist die Gamelabs GmbH, wie einem Profil von Brian Corvers zu entnehmen ist.

Aber nicht nur Brian Corvers ist zur Gamelabs GmbH gewechselt. Anscheinend tritt die Gamelabs GmbH die Nachfolge der InQnet Games-Tec GmbH an. Doch ein normaler Übergang von A nach B sieht anders aus und in diesem Fall stinkt es gewaltig nach einer betrügerischen Insolvenz. Aus einer Nachricht an die Redaktion geht hervor, dass Valentin Fritzmanns Firma InQnet Games-Tec GmbH offensichtlich zahlungsunfähig ist. Betroffene Geschäftsleute berichten von unbezahlten Rechnungen. Diese wurden mit dem Hinweis auf die Insolvenz an eine andere Firma verwiesen.

Die logische Folgerung daraus lautet, dass die InQnet Games-Tec GmbH Pleite ist. An deren Stelle rückt die Gamelabs GmbH, die zugleich auch Teile des bisherigen Personals übernimmt. Die Firma InQnet Games-Tec GmbH gehört unseren Informationen zufolge immer noch Valentin Fritzmann während für die Muttergesellschaft INQNET GmbH eine Strohfrau von Fritzmann & Corvers als Verantwortliche eingesetzt wurde.

Es lassen sich noch weitere Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Firmen ausmachen. Die angegebenen Geschäftsführer der Firmen InQnet Games-Tec GmbH und Gamelabs GmbH eine gemeinsame Adresse. David Faron war im Handelsregister zunächst noch mit einer Mainzer Anschrift eingetragen. Inzwischen ist er aber umgemeldet und hat als aktuelle Anschrift die Fröbelstraße, Wiesbaden.

inQnet Games-Tec GmbH
Frankfurter Str. 92
65760 Eschborn
Amtsgericht: 60313 Frankfurt (HRB 84406)
Geschäftsführer: David Josef Faron, Mainz-Amöneburg, *05.10.1985
ehem. Geschäftsführer: Sven Sabiniarz, Unna, *07.10.1980
Management:
-----------
David Josef Faron *05.10.1985
Fröbelstr. 14

65203 Wiesbaden
Gesellschafter:
---------------
INQNET GmbH

Galaxa Tower 16. OG
Praterstr. 31
A-1020 Wien
Gesellschafter: Valentin Fritzmann 100%
-
Ina Lohmann *28.06.1979
Flörsheimer Str. 24
65239 Hochheim Am Main

An der neuen Wiesbadener Adresse scheint etwas faul zu sein, denn, an der neuen Wiesbadener Adresse von David Faron ist auch der Geschäftsführer Daniel Pfister von Brian Corvers neuer Firma Gamelabs GmbH gemeldet.

Gamelabs GmbH
ehem. Platin 351. GmbH
Colmarer Str. 5
60528 Frankfurt am Main
Amtsgericht: 60313 Frankfurt am Main (HRB 84329)
Geschäftsführer: Daniel Pfister, Wiesbaden, *18.06.1986
Gesellschafter:
---------------
Daniel Pfister *18.06.1986
Fröbelstr. 14

65203 Wiesbaden

Eine interessante Anschrift hat auch die von Valentin Fritzmann eingesetzte Strohfrau Geschäftsführerin der INQNET GmbH. Frau Ina Lohmann kommt aus dem gleichen Ort wie Brian Corvers.

Nachtrag: Januar 2012

Dieser Beitrag ist eine überarbeitete Fassung. Der ursprüngliche Bericht wurde wegen einer Beschwerde von Faustus Eberle um die beanstandeten Passagen gekürzt. Worum es bei der Beschwede im Einzelenen ging, haben wir gesondert in einem aktuellen Bericht mit dem Titel "Wer ist hier wohl kriminell, Herr Eberle?" zusammengefasst.

03.11.09

Nutzlosangebot der service und payment GmbH erweitert

Über Werbung bei google ist die Redaktion auf Einträge für Abzockseiten der service und payment GmbH aufmerksam geworden, wie beispielsweise die Domains ink-tattoos.de und tattoos-zum-download.de. Die Firma bewirbt über wechselnde Landingpages ihren Nutzlosdienst um unter den Freunden von Tattoos auf Kundenfang zu gehen. Darüber hinaus wurden noch weitere neue Abzockseiten, auch zu anderen Themen, zur Opfersuche gefunden.

  • ink-tattoos.de
  • tattoos-zum-download.de - leitet weiter auf tattootube.de
  • super-tattoos.de - leitet weiter auf tattootube.de
  • kochen-tipp.de
  • comic-tipp.de

Diese Dienste sind genauso überflüssig, wie die dafür verlangten Gebühren laut den Allgemeinen Geschäftsbedingungen.

Die Kosten für die Nutzung der Angebote des Dienstleisters belaufen sich auf 8 Euro monatlich. Der Mitliedsbeitrag wird dem Kunden jeweils für zwölf Monate im Voraus zum Preis von 96,00 Euro in Rechnung gestellt. Die Vertragslaufzeit beträgt 24 Monate zum Gesamtpreis von 192,00 EUR. Erfolgt eine Kündigung nicht schriftlich 3 Monate vor Ablauf der Vertragslaufzeit, so verlängert sich der Vertrag stillschweigend um jeweils ein weiteres Jahr zum Preis von 96,00 Euro.

Aus dem Impressum geht hervor, dass die Strohfrau Geschäftsführerin Margit Aßmann der service und payment GmbH dafür verantwortlich sein soll.

service und payment GmbH
Frickestr. 2
04105 Leipzig
Deutschland

HRB 25020 Amtsgericht Leipzig
Steuer-Nr.: 231/118/09720
USt. -IdNr.: DE 264395162

Geschäftsführer: Margit Aßmann

E-Mail: information@service-und-payment.de
Fax: 0341-39287369
Telefon: 0341-3928736

Die Firma service und payment GmbH ist ein indirekter Nachfolger der Firma zully-media GmbH des Herrn Daniel Rosenke. Die entsprechende Verbindung wurde schon im Mai in unserem Beitrag Von zully-media über Net24 zur service und payment GmbH offengelegt.

Auf dem gleichen Server laufen auch noch jede Menge Schmuddelseiten, was wiederum ein Indiz dafür ist, dass Daniel Rosenke bei der service und payment GmbH die Fäden in der Hand hält. Den entsprechenden Zusammenhang kann man in dem Beitrag Daniel Rosenke: Erotik und Abzocke aus Sachsen nachlesen.

Und noch eine interessante Verwicklung gab es im Februar 2009. Zu dem Zeitpunkt ist folgende Phishing-Domain für Paketstationen aufgefallen:

  • packstation-service.1x.to

Interessant ist daran aber, dass etwas später dort keine Phishing-Seite mehr lief. Stattdessen wurde man nach der Eingabe von packstation-service.1x.to in der Browserzeile weitergeleitet zu der Kostenfalle streamloads.de von der Firma service und payment GmbH. Es ist zwar nicht ausgeschlossen, dass das nur ein Zufall war. Allein der Glaube daran fällt sehr schwer.

01.11.09

gwinchance.eu mit dem "Schwarzen Schaf" ausgezeichnet - Update

Der Negativpreis "Das schwarze Schaf" wurde im Oktober an den Betreiber der Internetseite gwinchance.eu für die dreisteste Rechtsverletzung im Internet vergeben.

Dreh- und Angelpunkt ist die Site gwinchance.eu. Zusätzlich zu einer Abofalle werden Verbrauchern telefonisch Bankdaten entlockt. Angeblich geschieht dies zum Datenbagleich, tatsächlich wird jedoch Geld abgebucht.

Die Betreiberfirma der Site gwinchance.eu erhält den von der Firma OpSec Security unterstützten Negativpreis "Das Schwarze Schaf" für den Monat Oktober. Gerügt wird die Art, wie das Unternehmen Verbrauchern deren Bankdaten entlockt und sie in eine Abofalle lockt.

Nach eigenen Angaben erhielten die Geprellten Anrufe vom Betreiber der Site gwinchance.eu, nachdem sie zwar Daten wie Name, Telefonnummer und E-Mail-Adresse im Rahmen eines kostenlosen Gewinnspiels im Internet angegeben, jedoch nicht die Website gwinchance.eu besucht hatten. Am Telefon werde ihnen mitgeteilt, sie hätten ein 24-monatiges Abonnement abgeschlossen und müssten nun monatlich Gebühren zahlen. Möglich sei jedoch eine Verkürzung des Abos auf drei Monate, dafür fielen jedoch 59 Euro Gebühren an. In den Allgemeinen Geschäftsbedingungen der Firma ist aber nur von acht Euro pro Monat die Rede.

Außerdem bittet die Firma Kündigungswillige am Telefon darum, ihre Bankdaten zwecks Datenabgleich zu nennen. Ansonsten würde der Vertrag 24 Monate weiterlaufen. Die Daten nutzt sie anschließend aber, um Geld abzubuchen. ...

Quelle und vollständiger Bericht: ZDNet.de

Aus dem Bericht geht leider nicht hervor, wer für die dreisteste Rechtsverletzung im Internet verantwortlich gemacht wird. Auch aus der Meldung auf dem Portal Das Schwarze Schaf wird nicht deutlich, wer genau dahinter steckt. Mit etwas Recherche kann man aber schnell die bzw. den Verantwortlichen finden. Schon eine Whois-Abfrage reicht aus, um eine Firma und den Geschäftsführer zu ermitteln.

Domain        gwinchance.eu
          
Name          gwinchance
Status        REGISTERED (What this means)
Registered    March 10, 2009
Last update   March 10, 2009, 4:43 pm
          
Name          Hadjivangeli, Emilios
Organisation  Greco Flash Ltd
Language      English
Adress        Unit 150, Imperial Court, Exchance Street east
              L2 3AB Liverpool
              United Kingdom
Phone         +49.1728139671
Fax           +49.1728139671

Die Firma Greco Flash Ltd ist im britischen Handelsregister zu finden unter der Company-Nr. 06741434. Auch Emilios Hadjivangeli ist dort als Geschäftsführer eingetragen unter der Director-ID 5298915.

Interessant ist noch dass diese dreiste Abzocke offensichtlich von Deutschland aus betrieben wird. Immerhin möchte der Geschäftsführer Emilios Hadjivangeli eventuelle Kontakte per Telefon/Fax auf seiner deutschen Handynummer +49.1728139671 entgegennehmen.

Update:

Die Greco Flash Ltd. und ihr Geschäftsführer Emilios Hadjivangeli sind auch durch zahlreiche andere Projekte aufgefallen, die zum großen Teil der Lottomafia vom Wiener Karussell zuzurechnen sind. So beispielsweise die folgenden Abzockportale:

  • media-win.de
  • expresstipp.com

Die Domain media-win.de läuft/lief auf dem Server vom Wiener Luck24-Netzwerk. Damit gehört Emilios Hadjivangeli allem Anschein nach ebenfalls zu diesem dubiosen Kreisel. Ein weiteres Indiz für diese These ist die Tatsache, dass bei der Abzocke von Media-Win ein Postfach aus dem Ort Niederaula angegeben ist.

Media-Win

GRECO FLASH LTD
Unit 150, Imperial Court
Exchange Street
East Liverpool
L2 3AB

Postfach 2447
36243 Niederaula

Dies ist deshalb erwähnenswert, weil einige der Nachbarpostfächer von weiteren Firmen des Wiener Karussells genutzt werden.

Der Geschäftsführer Dr. Emilios Hadjivangeli stammt aus Zypern und ist Gynäkologie und krimineller Firmenhändler, Dienstleister usw ...

In 2002-03, for instance, ABN Amro shipped more than $1 billion in 11,000 transactions to a single company in Lexington, Ky., called Allprex LLC, ABN Amro now acknowledges. The now-defunct company, which had no known offices or products, was incorporated by gynecologist Emilios Hadjivangeli, who hails from the Mediterranean island of Cyprus. Dr. Hadjivangeli, who is identified as a member of the Cyprus-Russian Business Association on the association's Web site, has incorporated 181 other companies in Kentucky and hundreds more in other states. Regulators in Cyprus and Kentucky say they haven't heard of Dr. Hadjivangeli or Allprex. He couldn't be located for comment.

Quelle: Ethics World - Business Ethic, Governance, Anti-Corruption